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Südwest Presse: Kommentar zu Opel

    Ulm (ots) - Was für ein Paukenschlag, was für ein Schock für die Opel-Mitarbeiter. Aber auch für die vielen wohlmeinenden Bundespolitiker, die in den vergangenen neun Monaten eifrig an einer Zukunft für den angeschlagenen Autobauer gebastelt haben, - statt das Unternehmen in die geordnete Insolvenz gehen zu lassen. Jetzt macht die US-Mutter General Motors in letzter Minute einen Rückzieher, will die Tochter doch lieber behalten. Die Aufregung darüber ist verständlich, obwohl diese neue Entwicklung unter wirtschaftlichen Aspekten gesehen für Opel keineswegs den Niedergang bedeuten muss. GM hat sich durch die Blitzinsolvenz einigermaßen gefangen. Auch das seltsame Gespann aus dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank wäre keine Garantie gewesen für eine nachhaltige Rettung von Opel und vor allem von dessen Arbeitsplätzen. Stellenabbau hätte es in Deutschland und Europa so oder so gegeben. Auf einem ganz anderen Blatt steht, wie sich die US-Mutter verhalten hat. Das Hin und Her zeigt nicht nur, wie schwer sich der Autobauer damit tut, tragfähige Strategien zu entwickeln. Es demonstriert auch, wie wenig die Herren aus Detroit am Wohl der Opel-Mitarbeiter interessiert sind, die unter dieser Zerreißprobe sehr gelitten haben. Solch ein Mangel an Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein ist eine schlechte Basis für eine gemeinsame Zukunft.

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