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Südwest Presse: Kommentar zur Koalition

    Ulm (ots) - Das fängt ja gut an. Noch war der Koalitionsvertrag von Union und FDP nicht unterzeichnet, da sah sich die Bundeskanzlerin schon bemüßigt, ihren Wunschpartner zur Ordnung zu rufen. Wie sich das unter Duzfreunden gehört, nannte Angela Merkel ihren liberalen Junior zwar nicht ausdrücklich beim Vornamen, aber Guido Westerwelle durfte gewiss sein, dass er gemeint war. Dabei ist die Erwartung der CDU-Vorsitzenden nur zu berechtigt. Die (Kassen-)Lage der Nation verlangt von der Regierung ein Höchstmaß an Seriosität und Verantwortungsbewusstsein. Das sollte allmählich auch der Mann begreifen, der ab morgen Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik sein will. Bislang machte Westerwelle immer noch den Eindruck eines aufgekratzten Wahlkämpfers, dem der Erfolg seiner Partei einen unkontrollierten Adrenalinschub versetzt hat. Der FDP-Chef hat in den vergangenen Jahren erkennbar daran gearbeitet, die Allüren des Spaßpolitikers abzulegen. Das Rekordergebnis der Liberalen am 27. September wäre ohne diese persönliche Anstrengung ihres Frontmannes nicht möglich gewesen. Dass Westerwelle seinen Triumph ausgekostet hat, sei ihm gegönnt. Jetzt aber ist Schluss mit lustig. Der Ernst des Lebens beginnt für den siegestrunkenen Rheinländer spätestens mit seiner Vereidigung im Bundestag. Er wäre klug, auf den öffentlichen Rat seiner Kanzlerin zu hören.

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