Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur Krankenversicherung

    Ulm (ots) - Ruhm und Ehre lassen sich auf dem Feld der Gesundheitspolitik nicht erwerben - im Gegenteil: Letztlich geht es nur darum, den Mangel an Geld zu verwalten, was für einen Politiker wahrlich nicht sehr erstrebenswert klingen sollte. Um so erstaunlicher, dass Ursula von der Leyen unbedingt Gesundheitsministerin werden will. Als Ärztin ist sie zwar im Fach. Aber im Haifischbecken der Gesundheitslobby zählen noch viel mehr starke Nerven und Durchsetzungsvermögen. Das Milliardenloch, das im nächsten Jahr droht, ist die erste große Probe für die künftige schwarz-gelbe Koalition. Nur mit flotten Sprüchen oder dem Verdammen des Gesundheitsfonds lässt es sich nicht stopfen. Er hat zwar nicht das Grundproblem gelöst, dass immer zu wenig Geld da ist. Aber die explodierenden Ausgaben der Krankenkassen gehen nicht auf sein Konto. Es mag noch so berechtigt sein, Ärzten und Krankenhäusern mehr Geld zu versprechen - irgendwo muss es herkommen. Von Verschwendung und Reserven im Gesundheitssystem ist viel die Rede. Doch wenn es um konkrete Maßnahmen geht, werden Politiker sehr schnell kleinlaut. Mehr Steuergeld für die Krankenkassen wäre zwar gerecht, weil dann Besserverdienende mehr dazu beitragen. Es ist aber angesichts der Staatsfinanzen unrealistisch. Also müssen sich die Versicherten auf steigende Beiträge einstellen, auch wenn es weniger sozial ist. Kein guter Start für Schwarz-Gelb.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: