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Südwest Presse: Kommentar zu Afghanistan

    Ulm (ots) - Wenn sich bewahrheiten sollte, dass bei einem Nato-Angriff in Afghanistan wieder viele Zivilisten ums Leben gekommen sind, wäre dies ein herber Rückschlag für das internationale Engagement in dem geschundenen Land. Zudem konterkariert der Angriff eine neue Strategie der westlichen Schutztruppe, die der Sicherheit der Bevölkerung einen zentralen Stellenwert einräumt. Vermutlich fällt deshalb die Kritik an dem von Bundeswehreinheiten befohlenen Luftangriff auf zwei von mutmaßlichen Taliban gekaperte Tanklastzüge so harsch aus. Doch ob die Kritiker recht haben, wissen wir - fernab der krisengeschüttelten Region -, mangels zuverlässiger Informationen noch nicht. Sowohl die EU-Außenminister, die zeitgleich in Stockholm ihre eigene Afghanistan-Strategie für den Wiederaufbau als unzureichend bezeichnet haben, als auch die wahlkämpfenden Politiker in Berlin sollten sich mit voreiligen Schuldzuweisungen zurückhalten. Zur parteipolitischen Instrumentalisierung taugt das Thema Afghanistan jedenfalls nicht, sehr wohl aber zu einer intensiven Diskussion darüber, wie die Spirale der Gewalt in dem Land gestoppt werden kann. Ein schneller Abzug kommt dafür nicht in Frage, denn er würde Gewalt und Krieg nur verschlimmern. Was fehlt, ist ein ehrliches und schlüssiges Konzept samt Rückzugsperspektive, wie die Aufgaben am Hindukusch erfolgreich bewältigt werden können.

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