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Südwest Presse: Kommentar zu Acandor

    Ulm (ots) - Es gibt doch noch Hoffnung, dass die Wahlkampfgeschenke der Parteien nicht ins Uferlose gehen. Nach dem Opel-Deal der Bundesregierung war zu befürchten, dass das Füllhorn der Staatshilfen auch für andere reichlich geöffnet wird. Der Fall Arcandor wird nun zum Prüfstein, in welche Richtung es weitergehen soll. So verständlich die Hilferufe der Beschäftigten von allen schwankenden Unternehmen auch sein mögen, den um Wählerstimmen kämpfenden Politikern sei ins Stammbuch geschrieben, dass sie um einige Tausend Arbeitsplätze zu retten, das Geld von Millionen Steuerzahlern verpulvern. Und es glaube ja niemand, dass dies in der Bevölkerung nicht verstanden wird. Nicht umsonst zeigen die Umfragen, dass die Mehrzahl für eine Arcandor-Hilfe nur wenig übrighat. Der Kaufhaus-Konzern steht auch in der Öffentlichkeit anders da als Opel, das unter seiner amerikanischen Mutter zu leiden hatte. Hier hat es schließlich potente deutsche Gesellschafter, die von sich aus Mittel zur Restrukturierung ergreifen könnten, zum Beispiel durch den Verkauf der Beteiligung am florierenden Touristik-Unternehmen Thomas Cook. So ganz nebenbei scheint das Thema auch Wirtschaftsminister von Guttenberg wieder zu stärken, zumal er Unterstützung von der EU bekommt. Nach der Opel-Entscheidung gab es ja viele, die sich schadenfroh über eine Niederlage des neuen CSU-Stars freuten.

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