Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Raucher, Ausgabe vom 30.05.2009

    Ulm (ots) - Endlich, mag mancher nicht rauchende Bürger sagen, wird den Qualmern mal so richtig gezeigt, wie gefährlich

    Tabak ist. Doch der auf einer EU-Forderung basierende Beschluss, Ekelbilder auf Zigarettenschachteln zu

    drucken, reicht nicht aus. Zwar ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Zahl junger Raucher zu senken. Gleichzeitig aber steigt

    die der Nikotin-Toten immer weiter. Die bereits vorhandenen Warnsprüche auf Packungen á la "Rauchen

    kann tödlich sein" haben vielleicht bei einigen jungen Menschen Wirkung gezeigt. Doch sie nutzen sich

    schnell ab. Und ein gestandener Raucher ignoriert sie geflissentlich. Das wird sich mit den Bildern ähnlich

    verhalten. Sie können dank des Schock-Effektes allenfalls verhindern, dass Jugendliche überhaupt anfangen. Es muss politisch wie gesellschaftlich anerkannt werden, dass der Nikotinkonsum für viele Menschen eine

    echte, behandlungsbedürftige Sucht ist, und nicht nur eine schlechte Angewohnheit, die sich mit dem Foto

    einer Raucherlunge austreiben ließe. Deshalb sollte der Staat nicht nur in Prävention, sondern auch in

    Entzugsprogramme investieren und Aussteigewilligen helfen. Die Ausgaben würden sich langfristig lohnen. So

    zynisch das klingt: Die Behandlung eines Lungenkrebses kommt weit teurer. Aber solange die hohen Tabaksteuern für den Staat eine gute Einnahmequelle sind, wird es wohl bei Sprüchen

    und Bildchen bleiben.

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Lothar Tolks
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