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Südwest Presse: Kommentar zu Jugendgewalt

    Ulm (ots) - Auch angesichts des Amoklaufs von Winnenden kommt die Zustandsbeschreibung des Kriminologen Christian Pfeiffer über die Jugendgewalt zur richtigen Zeit. Denn sie rückt einiges gerade, was durch Entsetzen und Sensationsgier durcheinander geraten war. So bösartig und zunehmend verroht, wie Jugendliche immer wieder dargestellt werden, sind sie gar nicht. Die explodierende Jugendgewalt ist eine Mär, ein Zerrbild. Vielmehr trägt die Aufklärung zumindest bescheidene Früchte. In den Familien gibt es tendenziell weniger Gewalt, deshalb auch auf dem Schulhof oder der Straße. Die Opfer trauen sich häufiger, solche Taten zu melden. Und die hohe Zahl jugendlicher Gewalttäter mit ausländischer Herkunft hat Gründe: Zum einen werden sie öfter angezeigt, zum anderen ist die Gewaltbereitschaft eng mit der sozialen Schicht des Elternhauses verbunden - egal, ob es sich um Ausländer oder Deutsche handelt. Doch der Kriminalitätsbericht stellt sich nicht nur gegen Übertreibungen und Vorurteile, ebenso entlarvt er Verharmlosungen: So wird immer wieder die Gefahr des Rechtsradikalismus heruntergespielt. Tatsächlich ist ein Teil der Jugend massiv ausländerfeindlich gesinnt oder läuft ganz zu den Nazis über. Manche Politiker hören das ungern. Denn es ist nicht nur Aufgabe der Eltern und Schulen, sondern auch eine politische, sich dem entgegenzustellen - etwa durch bessere Aufklärung der Jugendlichen.

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