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Südwest Presse: Kommentar zu Clement

    Ulm (ots) - Am einen Tag vor der Schiedskommission um die Mitgliedschaft kämpfen, am nächsten den Genossen das mit schriller publizistischer Begleitmusik verteidigte Parteibuch vor die Füße werfen - so handelt jemand, der der SPD maximal schaden will. Mit diesem schäbigen Abgang beschädigt sich Wolfgang Clement aber vor allem selbst. Er macht damit auch deutlich, dass es ihm bei der Kritik an der eigenen Partei keineswegs vorwiegend um die sachlichen Einwände gegen die eher von Visionen denn von Realitäten geprägten energiepolitischen Pläne Andrea Ypsilantis in Hessen ging. Der Ex-Superminister Clement hegte spätestens seit seinem unfreiwilligen Abgang aus Berlin 2005 einen tiefen Groll gegen die SPD und hat offenbar nur auf einen Anlass gewartet, die Rückgabe seines Parteibuchs zu zelebrieren. Den als Choleriker bekannten Clement wird die gelassene und souveräne Reaktion der Parteispitze vermutlich nochmal auf die Palme bringen. Schade, nicht nur weil sich ein verdienstvoller Politiker so würdelos verhält und damit mancher Politikverdrossenheit Vorschub leistet. Schade auch, weil diejenigen Parteistrategen sich bestärkt fühlen werden, die in ihrer Personalpolitik lieber auf den "Stallgeruch" des von der Pike auf gelernten und oft auch vom Wohlwollen der Partei ganz und gar abhängigen Nachwuchses setzen, als auf unabhängige Quereinsteiger, wie es Clement einst war. Doch nicht jeder, der sich eine eigene Meinung auch als Parteimitglied leistet, besorgt wie Clement am Ende dann das Geschäft der Konkurrenz. Ohne die Impulse kompetenter Seiteneinsteiger schmoren die Parteien schnell im eigenen Saft.

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