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Südwest Presse: Kommentar zum Bahn-Börsengang

    Ulm (ots) - Wenn ein Orkan tobt, kann selbst die Deutsche Bahn nicht mehr fahren. Das zeigte sich Anfang 2007, als Kyrill bundesweit sämtliche Züge lahmlegte. Es gilt auch angesichts des Orkans, der derzeit weltweit an den Börsen und Finanzmärkten alles durcheinanderwirbelt: Da macht der Börsengang keinen Sinn, bei dem Finanzminister Peer Steinbrück viele Milliarden einsammeln will. Er müsste sich vorwerfen lassen, Staatsvermögen zu verschleudern. Es muss schwierig gewesen sein, Bahnchef Hartmut Mehdorn das beizubringen. Er will den Börsengang als Beweis für den Erfolg seiner Managementkunst. Doch ihn nur wegen seiner Eitelkeit durchzuziehen, wäre ein zu hoher Preis. Schon fünf Milliarden Euro für ein Viertel der Personen- und Güterverkehrssparte erscheinen recht wenig, selbst wenn das bundesweite Schienennetz nicht dazugehört. Ob es überhaupt auf absehbare Zeit zum Börsengang kommt, kann derzeit seriös keiner sagen. Das muss kein Schaden sein, wenn die Politik die Zeit nutzt, um noch einmal über das Konzept nachzudenken: Ob ausgerechnet ausländische Finanzinvestoren als Aktienbesitzer langfristig ein Gewinn für die Bahn sind, ist angesichts der derzeitigen Börsenturbulenzen zu bezweifeln. Zudem ist die Teilprivatisierung ein mühsamer Kompromiss zwischen Gegnern und Befürwortern. Privatisierung light - nicht Fisch und nicht Fleisch. Da drohen mehr Nach- als Vorteile.

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