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Südwest Presse: Kommentar zur Finanzkrise

    Ulm (ots) - Angst und tiefe Verunsicherung haben die internationalen Finanzmärkte im Griff. Offenbar befürchtet die Bundesregierung, dass sich diese Stimmung auf die Bankkunden in Deutschland überträgt. Anders ist kaum erklärbar, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer einmaligen Aktion eine Staatsgarantie für alle privaten Spareinlagen in Aussicht stellt. Damit will sie Panikreaktionen vermeiden. Denn wenn die Bundesbürger aus Misstrauen begännen, ihr Geld abzuheben, würden sie die deutsche Wirtschaft in eine schwere Krise stürzen. Jedoch weiß die Kanzlerin genau, dass die Sparer hierzulande vergleichsweise gut abgesichert sind. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken dominieren den Markt mit Privatkunden. Deren Sicherungssysteme gehen weit über gesetzliche Vorschriften hinaus und schützen so sämtliche Einlagen. Daher dürften die Kosten für die angekündigte Staatsgarantie nicht ins Unermessliche steigen. In der Pflicht steht die Bundesregierung bei der Rettung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Der hat seine Misere zwar selbst verschuldet. Doch eine Pleite des Finanzkonzerns, der zu den großen Spielern auf dem Pfandbriefmarkt gehört, würde eine Kettenreaktion mit ungewissem Ausgang auslösen. Langfristig muss der Bundesregierung klar sein: Anstelle solcher Einzelaktionen ist ein Rettungssystem auf EU-Ebene nötig. Sonst ist der nächste Noteinsatz programmiert.

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