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Südwest Presse: Kommentar zur Hauptschule

    Ulm (ots) - Was ist das für eine Schule, deren Besuch nicht als Chance, sondern als Strafe angesehen wird, die den Weg in die Zukunft nicht öffnet, sondern verbaut, und die kaum bildet, sondern verwahrt? Es ist die deutsche Hauptschule. Der neue Bildungsbericht zwingt zu eindeutigen Schlüssen: Nicht die Schüler sind das Problem, sondern das System des Aussiebens. Lebenslanges Lernen proklamiert etwa Baden-Württembergs Regierungspartei CDU. Für manchen Zehnjährigen ist nach der 4. Klasse das Lernen aber schon vorbei, bevor es richtig begonnen hat. Wer in die unterste Kaste gesteckt wird, dem kommt jede Motivation abhanden. Auf den Hauptschulen befinden sich fast nur noch Schüler, die alleingelassen worden sind. Die Gesellschaft stellt sie zusätzlich ins Abseits. Ähnlich handeln viele Unternehmen: Statt Ausbildung auch im Sinne der sozialen Marktwirtschaft als Pflicht zu begreifen, bleiben die Pforten für Hauptschüler oft verschlossen. Kultusminister Helmut Rau legt ein Programm nach dem anderen vor, um die Schulart und damit auch das dreigliedrige System zu retten. Das ist verlorenes Geld und verlorene Zeit. Es muss ein klarer Schnitt her - ein Schulsystem ohne frühe Schubladen und mit Lehrern, die alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit fördern, ähnlich wie es ja in den Grundschulen gut gelingt. Die Hauptschule aber ist am Ende, sie sollte wegen Erfolglosigkeit geschlossen werden.

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