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09.12.2007 – 20:04

Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Kinderschutz

    Ulm (ots)

Nach den Kindstötungen von Darry und Plauen wird nun, wie etwa von der Lübecker Bischöfin, nach mehr Menschlichkeit, Nachbarschaftshilfe und einer "neuen Kultur des Miteinanders" gerufen. Solch allgemeine Äußerungen vernebeln aber die konkreten Schwachstellen beim Kinderschutz eher als dass sie zu Lösungen beitragen. Der Augen-auf-Appell etwa kann auch zu einem Klima der Bespitzelungen und Anschwärzungen führen. Vielmehr ist zu fragen, wie strukturelle Fehler behoben werden können. So ist es etwa ein Unding, dass im Föderalismus jedes Land für sich entscheidet, ob ärztliche Vorsorgeuntersuchungen Pflicht sind oder nicht. Der Kinderschutz hat riesige Lücken. Sinnvoll können sie nur vor Ort, auf kommunaler Ebene geschlossen werden. Dazu gehört etwa, dass man sich untereinander zuverlässig und ohne Scheuklappen austauscht: Ärzte, Ämter, Hilfsstellen, Polizei. Dazu gehört, dass Schwangere und Familien von Anfang an eingebunden werden. Dass man Problemfamilien nicht zuallererst des Hartz-IV-Betruges verdächtigt. Und dazu gehört, dass die Behörden mit mehr und besserem Personal ausgestattet werden, das die Akten nicht im Akkord abarbeiten muss. Das ist nicht zum Nulltarif zu bekommen. Wer sagt, Änderungen müssten "aufkommensneutral" sein, liegt hier falsch. Kinderschutz darf Geld kosten. Auch mehr, wenn es nötig ist.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

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