Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Thema Abitur

    Ulm (ots) - Deutschlands Schüler werden also auch in Zukunft unterschiedliche Prüfungsaufgaben im Abitur lösen müssen. Ist das so schlimm? Immerhin werden doch im nächsten Jahr bis auf Rheinland-Pfalz alle Länder das Zentralabitur in ihren Grenzen eingeführt haben. Das ist praktizierter Bildungsföderalismus, und niemand sollte glauben, dass das Niveau an unseren Gymnasien schlagartig besser würde, wenn eine Oberinstanz in Berlin oder Bonn bestimmen könnte, welches Gedicht die Abiturienten von Kiel bis Konstanz zum Nachweis ihrer Hochschulreife zu interpretieren haben. Vernünftig aber ist, sich nach langem Streit unter den Kultusministern und Experten auf gemeinsame Bildungsstandards in den Kernfächern zu verständigen. Das lässt Leistungsvergleiche zu, erhöht die Durchlässigkeit der verschiedenen Schulsysteme und erleichtert den Wohnortwechsel von Schülern. Vor diesem Wettbewerb um die klügsten Köpfe müssen Länder wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen keine Angst haben. Dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan mit ihrer Forderung nach einem bundesweiten Zentralabitur scheiterte, ist keine Überraschung. Die ehemalige Kultusministerin von Baden-Württemberg war wenig glaubwürdig, denn von Stuttgart aus hat sie jahrelang die Autonomie der Länder in der Schulpolitik besonders hartnäckig gegen die Mitsprache des Bundes verteidigt.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: