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Südwest Presse: Kommentar zu Finanzmärkten

    Ulm (ots) - Alles nicht so schlimm, hieß es bis vor kurzem an den Finanzmärkten. Von wegen. Wenn sich die Europäische Zentralbank gezwungen sieht, innerhalb von zwei Tagen rund 150 Milliarden Euro in den Markt zu pumpen, dann handelt es sich um mehr als eine Fußnote in der Geschichte des Geldes. Nein: Jetzt wird offenbar, welch großes Rad da weltweit gedreht wurde. Dieses Rad ist derart in Schwung gekommen, dass es schwer wird, es abzubremsen, bevor es die Märkte überrollt. Alle schon mal da gewesen, diese aufgeblähten Geld-Welten, die jetzt vor dem Einsturz stehen. Zu Beginn des Jahrzehnts vernichtete die Internetblase immense Vermögenswerte - heute ist es die Hypothekenkrise, die noch manchen das Ersparte kosten wird. Natürlich hat von den Beteiligten niemand etwas gewusst und keiner etwas von Gefahren geahnt. Weder die Banken, die das Geld verliehen oder sich an Kreditgeschäften beteiligten, noch deren Kontrollgremien, die die Geschäfte nicht überschauten, weder Wirtschaftsprüfer noch Ratingagenturen. Nicht nur bei den Letztgenannten, den Begutachtern von Krediten und Wertpapieren, muss man sich fragen, wofür sie ihr eigentlich Geld verdienen. Noch ist nicht absehbar, ob und wie die Krise sich ausweitet. Noch besteht kein Grund zur Panik. Aber erhöhte Wachsamkeit ist angebracht in einer Welt der gedankenlosen Zocker und verantwortungslosen Geldgeber.

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