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Neues Deutschland: zum Streit um die Reichensteuer

Berlin (ots)

Durch die große Koalition geht ein Riss. Angelegt
ist er bereits in einem faulem Kompromiss, der bei der Diskussion um 
ihre Geschäftsgrundlage ausgehandelt wurde. Um das finanzpolitische 
Placebo Reichensteuer durchzusetzen, hat die SPD auf deren Erhebung 
bei gewerblichen Einkünften verzichtet. Und wurde über den Tisch 
gezogen. Das Beharren der Unions-Finanzakrobaten auf den Buchstaben 
des Koalitionsvertrages könnte zur Beerdigung des Projektes führen, 
auf das die Sozialdemokraten gern verweisen, um die von ihnen 
garantierte soziale Ausgewogenheit der schwarz-roten 
Geschäftsgrundlage zu belegen.
 Umtriebige Mitarbeiter des Hauses Steinbrück fanden inzwischen 
heraus, die beabsichtigte Privilegierung gewerblicher Einkünfte bei 
der Einkommenssteuer sei schwerlich mit dem Grundgesetz vereinbar. 
Jenes Kuckucksei nicht schon früher als solches identifiziert zu 
haben, ist mitnichten Beleg für die finanzpolitische Kompetenz, mit 
der die SPD beim Koalitionsvertrag verhandelte. Möglich auch: Man hat
sich sehenden Auges leimen lassen, um das ohnehin ungeliebte Kind 
beerdigen zu können, bevor es das Licht der Welt erblickt. Welche 
Variante zutrifft, können nur die an den Verhandlungen Beteiligten 
klären. Sicher indes ist: Lässt sich die SPD von der Union weiter am 
Nasenring herumführen und erreicht keine Nachbesserung, wird die 
Reichensteuer demnächst zu Grabe getragen. Und der als Rot 
bezeichnete Teil der Regierung blasst weiter aus.

Rückfragen bitte an:

Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/29 78 17 21

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