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neues deutschland: Wirtschaftswissenschaftler Reimund Schwarze warnt vor "Ansteckungsgefahr" bei der Klimakonferenz in Katowice

Berlin (ots) - Bei der 24. Internationalen Klimakonferenz im polnischen Katowice (COP) geht es um die konkrete Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Jenseits der geplanten Agenda, ein Regelwerk zur Überprüfbarkeit von nationalen Beiträgen zu erstellen, drohe den Klimaverhandlungen aber ein "Damoklesschwert", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Reimund Schwarze gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland". Nachdem die USA aus dem Abkommen ausgestiegen sind, droht auch Brasilien mit einem solchen Schritt. "Wir stehen möglicherweise vor einer Änderung der weltpolitischen Lage. Sollten weitere Länder während der Verhandlungen offiziell oder inoffiziell den Austritt aus dem Pariser Abkommen erklären, hätte das verheerende Auswirkungen", sagte Schwarze. Es gebe noch immer Staaten, die das Abkommen unterzeichnet, aber nicht ratifiziert hätten, darunter wichtige wie Russland, die Türkei oder Iran. "Diese große Gruppe wird sich, wenn es zu einem Prozess der 'Ansteckung' kommt, anders entscheiden, als wenn ein Austritt ein vereinzeltes Verhalten der USA und Brasiliens bleibt. Dann bekämen wir eine Krise." Entscheidend werde zudem sein, wie der Sonderbericht des Weltklimarates von den Staaten aufgenommen werde. "Ich wünsche mir eine spürbar positive Aufnahme des Berichts in den nationalen Statements, die die Länder zu Gipfelbeginn abgeben. Geschieht das nicht und ignorieren die Verhandler eine von ihnen selbst in Auftrag gegebene wissenschaftliche Empfehlung, wäre das ein schlechtes Zeichen."

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