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neues deutschland: Krieg und Frieden

Berlin (ots) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr nicht mehr zurückhalten. Umschrieben wird der neue deutsche Drang auf die Kriegs- und Krisenschauplätze der Welt als Übernahme von »mehr Verantwortung«. Und natürlich geht es nicht um Absatzmärkte, Rohstoffe, die Sicherung von Handelswegen und die Wahrung von Einflussbereichen, sondern um humanitäre Hilfe. Damit lässt sich gut argumentieren. Wer kann schon etwas dagegen haben, Menschen in Not zu helfen? Das Problem daran ist, dass diese Not für NATO und EU nur dann interessant ist, wenn hinter diesem menschlichen Schutzschild die eigentlichen Interessen verborgen werden können. Dass sich tatsächlich jemand für die Menschen interessiert, glaubt wohl nur, wer auch denkt, im Kapitalismus könne es Gerechtigkeit geben. Eine Ablehnung von Kriegseinsätzen aus offensichtlich ökonomischen und geostrategischen Gründen erspart einem aber leider nicht das Nachdenken darüber, ob der Einsatz von Militär und Gewalt nicht doch auch gerechtfertigt sein kann. Gerade am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz durch die sowjetische Armee fällt es schwer zu verneinen, dass auch Soldaten Menschenleben retten können. Der Einsatz von Militär ist nicht umsonst eine der umstrittensten Fragen in der Linken. Eine befriedigende Antwort darauf ist vielleicht nicht zu finden. Eine Diskussion darüber sollte das jedoch nicht unterbinden.

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