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Neues Deutschland: zu den Anti-Castor-Aktionen

Berlin (ots) - Was bringt Menschen dazu, sich bei minus zehn Grad auf Schienen zu setzen oder gar eine Nacht im Zelt zu verbringen? Dass selbst im braven Vorpommern inzwischen in einer solchen Art mobil gemacht wird, hat seinen Grund weit weniger in dem konkreten Atommülllager an der Küste - bei allen Problemen, die dieses aufwirft. Wie schon im Herbst in Gorleben ging es in Greifswald im Grunde um das Allgemeine. Um die Laufzeitverlängerung für Atomkonzerne und einen gewissen Stil von Lobbypolitik. Um das energiepolitische Rollback, das damit verbunden ist. Das ist der Hauptgrund, der diese neue Anti-AKW-Bewegung am Ende des Jahres 2010 so stark macht. Immer mehr Bürgern scheint klar zu werden, auf welches Problem die Allgemeinheit zusteuert. Die Zwischenlager stoßen bald an ihre Kapazitätsgrenzen - und dass die Entsorgungspflichten der Atomwirtschaft durch eine transeuropäische Mülljonglage zu erfüllen seien, wirkt allmählich wie ein schlechter Witz aus einer Comedy-Show. Ist es Kirchturmpolitik, sich in dieser Weise als Standort unattraktiv zu machen? Der Vorwurf trifft die Vorpommern so wenig wie die Wendländer. Alle wissen: Wer nicht aufschreit, ist schnell der Dumme. Manchmal schadet ein derart erhöhter Standort nicht, wenn man die Landschaft überblicken will. Schließlich sieht man vom Turm des Greifswalder Doms aus bis in den Wahlkreis von Angela Merkel.

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