Bioland e.V.

Bioland auf der Internationalen Grünen Woche 2015
"Wir hoffen auf viele Nachahmer"
Bioland und Südtiroler Gemeinde Mals kämpfen gemeinsam gegen Pestizide

Berlin/Mainz (ots) - Unsere Lebensmittel werden immer gesünder? Von wegen! Jedes Jahr landen immer mehr Pestizide auf konventionellen Äckern. Eine kleine Südtiroler Gemeinde wollte da nicht länger mitmachen. Die Bewohner von Mals im Vinschgau fordern ihr Recht auf gesunden Boden, gesunde Luft und gesundes Wasser ein: In einem europaweit einmaligen Referendum haben sie vergangenen Sommer gegen den Einsatz von Pestiziden in ihrer Region gestimmt. Denn die Gifte gehen jeden etwas an: Sie belasten die Böden und Gewässer, zerstören die Artenvielfalt und bedrohen durch Abdrift auch die Felder und Plantagen von Biobauern.

Bioland, Deutschlands bedeutendster Anbauverband von Biobauern, hat das Malser Referendum unterstützt. Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin mahnte Bioland-Präsident Jan Plagge nun zusammen mit dem Malser Bürgermeister Ulrich Veith ein Umdenken in der Pestizid-Politik an. In Mals stimmten 75 Prozent für eine pestizidfreie Region. Wie es in der Gemeinde nun konkret weitergeht, ist derzeit noch unklar. Eindeutig sind hingegen die Erwartungen der Bürger. Bürgermeister Veith sieht in dem Referendum einen klaren Auftrag. "Wir müssen die Ressourcen Luft, Wasser und Boden schonen, die Biodiversität fördern und die Gesundheit unserer Bürger schützen. Der Verzicht auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln hilft uns, dieses Ziel zu erreichen", so Veith. "Wir hoffen auf viele Nachahmer."

Bioland hatte bereits im November auf der Bundesdelegiertenversammlung in Fulda eine entsprechende Resolution verabschiedet. Die Kernforderungen: ein sofortiges Verbot besonders gefährlicher Gifte und eine Pestizidabgabe nach dem Verursacherprinzip. "Die Pestizidindustrie muss endlich an den externen Kosten des chemischen-synthetischen Pflanzenschutzes beteiligt werden", so Bioland-Präsident Jan Plagge. Gemeint sind versteckte Kosten für Umweltschäden, Artenverlust, Brunnenschließungen oder Krankheitsbehandlungen. Im Gegensatz zu konventionellen Produkten zeigen Biolebensmitteln den Kunden ihren echten Preis.

Zum Schutz der Bienen müssen Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid aus der Gruppe der Neonicotinoide - auch bekannt als "Bienenkiller" - umgehend dauerhaft verboten werden. Bioland setzt sich zudem dafür ein, auch andere bienengefährliche Pestizide nicht mehr zu zu-lassen - und das EU-weit. Totalherbizide wie Roundup der Firma Monsanto, das auf 40 Prozent der deutschen Äcker ausgebracht wird und auch alle Wildpflanzen abtötet, sollten endlich ver-boten werden. Nur so können Artenverlust und resistente Problemunkräuter vermieden werden.

Die gesamte Resolution und ein Hintergrundpapier zu Pestiziden finden Sie unter www.bioland.de

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