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Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Inc.

Studie zum Holocaust-Wissen und -Bewusstsein in Großbritannien belegt einen überraschenden Mangel an Wissen über die wichtigsten historischen Fakten zum

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SPERRFRIST 10. NOVEMBER 2021 - 06:01 UHR: NEUE STUDIE ZEIGT, DASS DIE BEFRAGTEN IN GROSSBRITANNIEN GLAUBEN, DASS ZWEI MILLIONEN ODER WENIGER JUDEN IM HOLOCAUST ERMORDET WURDEN; DIE HISTORISCHEN KINDERTRANSPORTE NACH GROSSBRITANNIEN, DIE TAUSENDE JÜDISCHER KINDERN RETTETEN, SIND FAST VERGESSEN.

SPERRFRIST 10. NOVEMBER 2021 - 06:01 UHR

NEW YORK, NEW YORK, BERLIN: 10. November 2021 - Gideon Taylor, Präsident der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference), gab heute die Veröffentlichung einer Umfrage zum Holocaust-Wissen und -Bewusstsein in Großbritannien bekannt, die einen Vergleich zwischen England, Schottland, Wales und Nordirland beinhaltet; sie belegt einen überraschenden Mangel an Wissen über die wichtigsten historischen Fakten zum Holocaust, einschließlich der Verbindungen des Vereinigten Königreichs zur Geschichte des Holocaust.

Die Mehrheit (52 Prozent) aller Befragten wusste nicht, dass sechs Millionen Juden ermordet wurden, und 22 Prozent glaubten, dass zwei Millionen oder weniger Juden während des Holocaust getötet wurden. Darüber hinaus ist eine Mehrheit der britischen Befragten (57 Prozent) der Meinung, dass sich heute weniger Menschen für den Holocaust interessieren als früher, und 56 Prozent glauben, dass sich so etwas wie der Holocaust heute wiederholen könnte.

"Wir sind sehr besorgt über die großen Wissenslücken über den Holocaust in dieser und in früheren Studien, auch über Ereignisse, die mit Großbritannien in Verbindung stehen. Es ist jedoch auch ermutigend, dass eine überwältigende Mehrheit der befragten Briten bekräftigt, dass der Holocaust in Schulen vermittelt werden soll“, sagte Gideon Taylor. „88 Prozent sind der Meinung, dass es wichtig ist, weiterhin über den Holocaust zu unterrichten, auch damit er sich nicht wiederholt. Darauf müssen wir unsere Energie konzentrieren. Bildung wird nicht nur die Wissenslücken über den Holocaust schließen, sondern auch bessere, einfühlsamere Bürgern hervorbringen."

Die „Reichskristallnacht“, bei der die Juden im Dritten Reich vor 83 Jahren in einem landesweiten Pogrom angegriffen wurden, war der ausschlaggebende Moment dafür, dass sich jüdische Familien zu dem herzzerreißenden Schritt entschlossen, ihre Kinder aus dem Deutschen Reich fortzubringen. Die "Kindertransporte" waren die erfolgreiche Unternehmung britischer Bürger, etwa 10 000 jüdische Kinder vor den Schrecken Nazideutschlands und dem sicheren Tod zu retten. Eines der Ergebnisse der britischen Umfrage, die am meisten enttäuschen, ist, dass 76 Prozent der Befragten nicht wussten, worum es sich bei den "Kindertransporten" handelte.

Greg Schneider, Executive Vice President der Claims Conference, sagte: "Es ist besonders enttäuschend, dass die Kindertransporte, ein wichtiges historisches Kapitel, das das Beste der Menschheit widerspiegelt und in den dunkelsten Zeiten ein Leuchtfeuer der Hoffnung sein sollte, in Vergessenheit geraten. Heute ist es wichtiger denn je, dass wir neue und innovative Wege finden, um die Erinnerung an den Holocaust durch Bildung zu bewahren. Das ist nicht nur für die Erinnerung an die sechs Millionen Ermordeten und die noch lebenden Survivors wichtig, sondern auch für die kommenden Generationen. Nur wenn wir unsere Geschichte verstehen, können wir für eine bessere Zukunft sorgen.

Die britischen Befragten sind sich größtenteils nicht im Klaren über die Aufnahmepolitik ihrer eigenen Regierung gegenüber jüdischen Flüchtlingen, die während des Krieges aus Nazi-Europa geflohen waren. 65 Prozent der Befragten glauben fälschlicherweise, dass ihre Regierung die jüdische Einwanderung ganz oder teilweise zuließ, obwohl die britische Regierung die Tür für die jüdische Einwanderung bei Ausbruch des Krieges verriegelt hatte.

Bei der Frage nach dem heutigen Neonazismus waren die Befragten der Meinung, dass es in den USA viel schlimmer aussieht: 15 Prozent der Befragten gaben an, dass es im Vereinigten Königreich heute sehr viele oder viele Neonazis gibt, verglichen mit 39 Prozent, die glauben, dass es in den Vereinigten Staaten heute sehr viele oder viele Neonazis gibt.

Ein deutlicher Unterschied zwischen dieser Studie und neueren US-Studien besteht darin, dass die Befragten in Großbritannien besser über Konzentrationslager und Ghettos Bescheid wissen. Während 32 Prozent der britischen Befragten nicht in der Lage waren, ein Konzentrationslager oder Ghetto, einschließlich Auschwitz, zu nennen, waren 45 Prozent der erwachsenen US-Befragten nicht in der Lage dies zu tun.

Paul Salmons, Kurator der international preisgekrönten Ausstellung Auschwitz Not long ago Not far Away und Mitglied der Arbeitsgruppe für die Umfrage der Claims Conference, sagte: "Diese Reihe von Holocaust-Studien ermöglicht es uns, die weltweiten Wissenslücken zu erkennen, zeigt aber auch, dass die Befragten ganz zweifellos mehr Holocaust-Erziehung in ihren Schulen wünschen. Die abnehmende Zahl der Holocaust-Überlebenden macht dies noch dringlicher; sie sind unsere Augenzeugen und nur sie können aus erster Hand berichten, nicht nur über das, was geschehen ist, sondern auch über die Auswirkungen dieser historischen Ereignisse."

Matthew Bronfman, Vorsitzender der Holocaust-Taskforce der Claims Conference, sagte: "Es war mir eine Ehre, den Vorsitz der Taskforce für die Claims Conference Holocaust Knowledge and Awareness Surveys zu übernehmen. Die Arbeit der Taskforce und die Ergebnisse der Umfragen haben nicht nur gezeigt, wie wichtig Holocaust-Erziehung ist, sondern auch, dass in allen Bevölkerungsgruppen ein echter Wunsch nach Holocaust-Erziehung besteht. Dies unterstreicht, dass wir unseren Lehrern auf der ganzen Welt unsere Unterstützung zukommen lassen müssen."

Wichtigste Ergebnisse der Umfrage

Wissen und Bewusstsein

  • 89 Prozent der Befragten gaben an, definitiv vom Holocaust gehört zu haben; etwa drei Viertel wussten, dass es sich um den Massenmord an den europäischen Juden handelt; aber es gibt erhebliche Wissens- und Verständnislücken.
  • 52 Prozent der britischen Befragten wussten nicht, dass während des Holocaust sechs Millionen Juden getötet wurden. Fast ein Viertel (22 Prozent) glauben, dass zwei Millionen oder weniger getötet wurden.
  • Fast ein Drittel der britischen Befragten (32 %) konnte kein einziges der mehr als 40 000 Lager oder Ghettos nennen, die während des Zweiten Weltkriegs errichtet wurden. Während ein hoher Prozentsatz das berüchtigte Lager Auschwitz nennen konnte (63 Prozent), waren nur 14 Prozent in der Lage, Bergen-Belsen zu nennen, 10 Prozent nannten Dachau, während nur sechs Prozent Treblinka und vier Prozent Sobibor nannten. Dies ist immer noch viel besser als die Ergebnisse der US-Erwachsenenumfrage, bei der 45 Prozent der Befragten kein Lager oder Ghetto nennen konnten und 48 Prozent der amerikanischen Millennials und der Generation Z nicht in der Lage waren, dies zu tun.
  • Eine Mehrheit der Befragten in Großbritannien (56 Prozent) glaubt, dass sich so etwas wie der Holocaust wiederholen könnte. Besorgniserregend ist, dass sieben von zehn Befragten in Großbritannien sagen, dass zumindest einige wenige Menschen in Großbritannien glauben, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat, und fast ein Viertel

(22 Prozent) der Befragten sagen, dass "sehr viele" oder "viele" Menschen in Großbritannien glauben, dass er nicht stattgefunden hat.

  • 57 Prozent der Befragten in Großbritannien stimmen zu, dass sich heute weniger Menschen als früher für den Holocaust interessieren.

Das Vereinigte Königreich während des Holocaust

  • Die britischen Befragten wussten nicht, was geschah, als die britische Regierung von den Massenmorden an den Juden erfuhr; sie überschätzten die Stärke der britischen Reaktion. 67 Prozent der britischen Befragten glauben fälschlicherweise, dass die Regierung die jüdische Einwanderung während des Krieges ganz oder teilweise zugelassen hat.
  • Auf die Frage nach den Kindertransporten - einem britischen Versuch, jüdische Kinder aus Nazi-Deutschland zu retten - wussten 76 Prozent nichts von dieser heldenhaften Aktion.

Neonazismus und Antisemitismus

  • Die britischen Befragten glauben, dass Neonazismus in den USA stärker verbreitet ist als in Großbritannien. 15 Prozent sagen, dass es in Großbritannien "sehr viele" oder "viele" Neonazis gibt, während vergleichsweise 39 Prozent sagen, dass es in den USA "sehr viele" oder "viele" Neonazis gibt.
  • 65 Prozent der britischen Befragten glauben, dass es heute in Großbritannien Antisemitismus gibt.

Holocaust-Erziehung

  • Die überwältigende Mehrheit der britischen Befragten (83 Prozent) ist der Meinung, dass alle Schüler in der Schule etwas über den Holocaust lernen sollten.
  • 88 Prozent sind der Meinung, dass es wichtig ist, weiterhin Holocaust-Vermittlung zu unterrichten, auch damit er sich nicht wiederholt. 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Schulen in Großbritannien mehr Mittel von der Regierung erhalten sollten, um über den Holocaust zu unterrichten.

Umfrage in den Mitgliedsländern - England, Wales, Schottland, Nordirland

  • Eine Mehrheit der Bürger in allen vier Regionen Großbritanniens - Wales (66 Prozent), Nordirland (61 Prozent), England (55 Prozent) und Schottland (54 Prozent) - glaubt, dass so etwas wie der Holocaust heute wieder passieren könnte.
  • Bei einer Umfrage zum Thema Bildung sind 91 Prozent der Befragten in Nordirland der Meinung, dass es wichtig ist, weiterhin über den Holocaust zu unterrichten, auch damit er sich nicht wiederholt. In den anderen Regionen waren die Zahlen ähnlich: 88 % in England und Wales und 86 % der Befragten in Schottland teilten diese Ansicht.
  • In allen vier Ländern ist Holocaust-Leugnung etwa in gleichem Maße anzutreffen: Etwa 1 von 10 Befragten sagt, dass der Holocaust ein Mythos ist oder stark übertrieben wurde. In Wales (10 %) ist der Anteil der Befragten, die an diese Form der Holocaustleugnung glauben, am höchsten, während er in Nordirland (6 %) am niedrigsten ist.

Umfrage Taskforce:

Die Arbeitsgruppe der Holocaust Knowledge and Awareness Survey in Großbritannien unter der Leitung von Matthew Bronfman, Vorstandsmitglied der Claims Conference, setzte sich aus Historikern und Fachleuten aus Museen, Bildungseinrichtungen und führenden gemeinnützigen Organisationen im Bereich der Holocaust-Erziehung zusammen, darunter Yad Vashem, das United States Holocaust Memorial Museum, die Claims Conference, UCL und die George Washington University. Zu den Mitgliedern der Taskforce gehören: Richelle Budd Caplan, Direktorin für internationale Beziehungen und Projekte an der International School of Studies von Yad Vashem; Rebecca Hale, Senior Research Associate am UCL Centre for Holocaust Education; Stuart Foster, Executive Director am UCL Centre for Holocaust Education; Michael Feuer, Dekan der Graduate School of Education and Human Development an der George Washington University; Tim Kaiser, Direktor für Bildungsressourcen und das Wexner Center am United States Holocaust Memorial Museum; David Marwell, emeritierter Direktor des Museum of Jewish Heritage; Paul Salmons, Kurator der international preisgekrönten Ausstellung Auschwitz Not long ago Not far Away; und der Holocaust-Überlebende Sidney Zoltak.

Methodik und Stichprobe der Umfrage:

Der U.K. Holocaust Knowledge and Awareness Survey wurde von der Claims Conference in Auftrag gegeben. Die Daten wurden von Schoen Cooperman Research mit einer repräsentativen Stichprobe von 2.000 Interviews mit Erwachsenen ab 18 Jahren zwischen dem 29. September und dem 17. Oktober 2021 im gesamten Vereinigten Königreich erhoben. Die Fehlermarge für die britische Stichprobe von 2.000 Personen beträgt +/- 2 %. Die Anzahl der in England durchgeführten Interviews beträgt 1.680. Die Fehlermarge der englischen Stichprobe liegt bei +/- 2 %. In Schottland, Wales und Nordirland wurden zusätzliche Befragungen durchgeführt, so dass in jedem Land 700 Interviews durchgeführt wurden. Die Fehlermarge für die Stichproben in Schottland, Wales und Nordirland liegt bei +/- 4 %. Die Gesamtzahl der für diese Studie durchgeführten Interviews beträgt 3.780. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: www.claimscon.org.

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Über die Claims Conference: Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference), eine gemeinnützige Organisation mit Büros in New York, Israel und Deutschland, sorgt für die materielle Entschädigung von Holocaust-Überlebenden in aller Welt. Die Claims Conference wurde 1951 von Vertretern 23 großer internationaler jüdischer Organisationen gegründet. Sie verhandelt über Gelder und zahlt diese an Einzelpersonen und Organisationen aus und bemüht sich um die Rückgabe von jüdischem Eigentum, das während des Holocausts gestohlen wurde. Als Ergebnis der Verhandlungen mit der Claims Conference hat die deutsche Regierung seit 1952 etwa 90 Milliarden Dollar an Entschädigungen an Einzelpersonen für Leiden und Verluste infolge der NS-Verfolgung gezahlt. Im Jahr 2021 wird die Claims Conference ca. 625 Millionen Dollar an direkten Entschädigungen an über 260.000 Überlebende in 83 Ländern verteilen und ca. 640 Millionen Dollar an Zuschüssen an über 300 soziale Einrichtungen weltweit vergeben, die lebenswichtige Dienste für Holocaust-Überlebende anbieten wie z. B. häusliche und medizinische Betreuung und Lebensmittel.

Pressekontakte

Vereinigte Staaten:

Jamie Schaefer-Wilson, Jamie.Schaefer-Wilson@claimscon.org

Noël Kepler, Noel.Kepler@claimscon.org

Amy Wexler, Amy.Wexler@claimscon.org

Deutschland:

Konrad Matschke, Konrad.Matschke@claimscon.org

Cornelia Levi, Cornelia.levi@claimscon.org

Israel:

Anna Magin, anna@annamagin.com

Yuval Dudash, yuval@scherfcom.com

The Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference)
Sophienstraße 26
60325 Frankfurt am Main
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