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12.12.2019 – 16:30

Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Inc.

ALFRED LANDECKER STIFTUNG GIBT 5 MILLIONEN EURO AN DIE CLAIMS CONFERENCE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG VON HOLOCAUST-ÜBERLEBENDEN

Deutsche Stiftung erkennt der Claims Conference Notfall-Unterstützung für Holocaust-Überlebende zu.

New York, New York: Dezember 12, 2019 - Julius Berman, Präsident der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference), kündigt einen neuen Notfallfonds für Holocaust-Überlebende an, der von der Familie Reimann bereitgestellt wird und von deren neuer humanitären Einrichtung, der Alfred Landecker Stiftung, verwaltet wird.

"Die von der Alfred Landecker Stiftung bereitgestellten Mittel werden einen spürbaren Unterschied im Leben vieler Überlebender machen, die es so sehr verdienen", kommentierte Berman die neue Partnerschaft zwischen der Stiftung und der Claims Conference. "Betagte, mittellose Holocaust-Überlebende benötigen Lebensmittel, Medizin und Heizung im Winter. Diese Gelder erlauben es tausenden Überlebenden, in Würde zu leben."

Unter Rückgriff auf die vorhandene Infrastruktur wird die Claims Conference zu 100 Prozent die Verwaltungskosten für Management und Verteilung der fünf Millionen Euro übernehmen und so ermöglichen, dass der Gelder zu 100 Prozent an Holocaust-Überlebende weitergereicht werden. Die Mittel werden der Claims Conference über einen Zeitraum von drei Jahren zugewiesen, beginnend mit $ 2,2 Millionen (EUR 2 Mio.) in 2020, weiteren $ 2,2 Millionen 2021 und einer Schlussrate von $ 1,1 Millionen (EUR 1 Mio.) im Jahr 2022.

"Wir freuen uns, mit der weltweit respektierten Claims Conference zusammenzuarbeiten und dabei zu helfen, dringend benötigten Mittel an Holocaust-Überlebende weiterzureichen. Dies ist ein bedeutender Schritt für die Alfred Landecker Stiftung und unser Anliegen, die Grausamkeiten des Holocaust zu erforschen und in Erinnerung zu halten. Gleiches gilt für die Bereitstellung humanitärer Hilfe für Holocaust-Überlebende und ehemalige Zwangsarbeiter des Zweiten Weltkriegs", sagte David Kamenetzky, Vorsitzender der Alfred Landecker Stiftung.

Die Claims Conference wird 2020 rund $ 610 Millionen für Maßnahmen der Sozialfürsorge bereitstellen, mit einem Schwerpunkt im Bereich der häuslichen Betreuung und rund $ 10,2 Millionen für Notfallhilfen; das stellt einen Zuwachs von 25 % gegenüber dem Vorjahr dar. Die zusätzlichen $ 2,2 Millionen seitens der Alfred Landecker Stiftung werden eine nachhaltige Wirkung auf die Programme und Dienstleistungen in mehr als 34 Ländern haben. Mit den Geldern werden Programme innerhalb des bestehenden globalen Claims Conference-Netzwerkes von Sozialagenturen zusätzlich unterstützt, die in den Bereichen Lebensmittelpakete, Medikamente, Transfers zu Arztterminen und Programmen gegen die soziale Isolation von Holocaust-Überlebenden aktiv sind.

"Mit zunehmenden Alter steigen auch die Bedarfe der Überlebenden immer mehr. Unser Ziel ist es, jede nur mögliche Finanzquelle zu identifizieren, um mehr Betreuung und mehr Programme für Überlebende absichern zu können.", sagte Greg Schneider, Executive Vice President der Claims Conference. "Die finanzielle Unterstützung der Familie Reimann mittels der Alfred Landecker Stiftung bringen uns diesem Ziel näher."

Die Familie Reimann hat die Stiftung zu Ehren von Alfred Landecker errichtet, der von Deutschen ermordet wurde, nachdem er 1942 deportiert worden war. Das Schicksal von Alfred Landeckers ist unmittelbar mit der Familie Reimann verbunden; er war der Vater von Emilie Landecker, die drei Kinder mit Albert Reimann Jr. hatte. Nachdem die Familie Reimann den unabhängigen Historiker Dr. Paul Erker von der Maximilian Universität München beauftragt hatte, die Geschichte und politische Haltung der Firma Benckiser zu erforschen, kam zutage, das Albert Reimann Sr. und sein Sohn, der Firmenleiter von Benckiser, Albert Reimann Jr., dem Vorläufer der JAB Aktiengesellschaft, ausgewiesene Antisemiten und glühende Anhänger von Adolf Hitler und dem NS-Regime waren. Es wurde ferner festgestellt, dass in den Benckiser Werken Zwangsarbeiter eingesetzt waren; im Frühjahr 1942 wurden allein bei Benckiser in Ludwigshafen mehr als 200 zivile Zwangsarbeiter ausgebeutet.

Mit der Benennung nach Alfred Landecker will die Stiftung nicht nur dessen Andenken bewahren, sondern auch an die Ermordung von Millionen Juden und anderen Opfern des Nationalsozialismus erinnern. In Anerkennung ihrer Geschichte hat die Familie Reimann zehn Millionen Euro für humanitäre Maßnahmen zugunsten von Holocaust-Überlebenden und ZwangsarbeiterInnen bei Benckiser zugesagt. Die aktuelle Zusammenarbeit ist Teil des breiteren Engagements der Familie und stärkt die Arbeit der Alfred Landecker Stiftung.

Mehr Informationen über die Claims Conference erhalten Sie auf: www.claimscon.org

Für zusätzliche Informationen über die Alfred Landecker Stiftung besuchen Sie bitte: www.alfredlandecker.org

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Über die Claims Conference: Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference), eine Nonprofit-Organisation mit Büros in New York, Tel Aviv und Frankfurt, steht ein für die materielle Entschädigung von Holocaust-Überlebenden weltweit. 1951 von Vertretern von 23 bedeutenden internationalen jüdischen Organisationen gegründet, verhandelt die Claims Conference Gelder und verteilt diese an Einzelpersonen und Organisationen. Sie betreibt ferner die Rückgabe von während des Holocaust gestohlenen Vermögenswerten. Infolge von Verhandlungen der Claims Conference hat die Bundesrepublik Deutschland seit 1952 mehr als $ 80 Milliarden für Entschädigungszahlungen an Einzelpersonen für deren Leiden und Verfolgung durch die Nationalsozialisten geleistet. 2019 verteilt die Claims Conference rund $ 350 Millionen als direkte Entschädigungszahlungen an über 60.000 Überlebende in 83 Ländern. Sie vergibt darüber hinaus rund $ 550 Millionen an über 200 Sozialeinrichtungen weltweit, die Dienstleistungen wie häusliche Betreuung, Essen und Medikamente für Holocaust-Überlebende bereitstellen.

Über die Alfred Landecker Stiftung:

Die Alfred Landecker Stiftung dient der Aufklärung über den Holocaust und über den schrecklichen Preis, der gezahlt werden muss, wenn Intoleranz und politischer Fanatismus herrschen. Die Stiftung unterstützt ein freies und demokratisches Europa. Sie tritt für eine Zukunft ein, die auf gemeinsamen Werten und auf dem Respekt für den Einzelnen beruht. Die Alfred Landecker Stiftung mit Sitz in Berlin finanziert sorgfältig ausgewählte Projekte aus den Bereichen Bildung, Erziehung und Bewusstseinsbildung. Die Organisation wird Partnerschaften mit führenden Institutionen eingehen, die sich aktiv mit Themen der Wissenschaft, der öffentlichen Politik, Erziehung, Geschichte und Erinnerung auseinandersetzen. Der Stiftungsrat und das Wissenschaftliche Kuratorium setzen sich aus international angesehenen Führungspersönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie aus wissenschaftlichen Experten zusammen, die die Stiftungsaktivitäten und -programme leiten und deren Fortschritte überwachen werden.

Pressekontakte:

Germany:

Konrad Matschke, Konrad.Matschke@claimscon.org

Cornelia Levi, Cornelia.levi@claimscon.org

United States:

Jamie Schaefer-Wilson, Jamie.Schaefer-Wilson@claimscon.org

Noël Kepler, Noel.Kepler@claimscon.org

Amy Wexler, Amy.Wexler@claimscon.org

Israel and Russia:

Anna Magin, anna@annamagin.com

Alfred Landecker Foundation

mail@alfredlandecker.org

The Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference)
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