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01.07.2019 – 18:56

Conference on Jewish Material Claims Against Germany, Inc.

90ster Geburtstag von Karolina Cohn - 90 Rosen für Karolina Cohn

90ster Geburtstag von Karolina Cohn  -  90 Rosen für Karolina Cohn
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Zum Gedenken an eine unbekannte Frankfurterin, die nur zwölf Jahre alt werden durfte Wir wollen Karolina Cohn am 3. Juli 2019 an ihrem Stolperstein in der Thomasiusstraße 11 in Frankfurt am Main gedenken. An diesem Tag wäre Karolina 90 Jahre alt geworden, hätte nicht der nationalsozialistische Rassenwahnsinn ihrem Leben mit nur zwölf Jahren ein grausames Ende gesetzt.

Unterstützt von ehrenamtlichen Helfern wird die Claims Conference am 3. Juli Frankfurter Bürger vor Ort und in Social Media Frankfurter Bürger einladen, mit Rosen am Stolperstein in der Thomasiusstrasse an Karolina zu erinnern, und ihre Gedanken unter den Hashtags #90RosenfuerKarolinaCohn oder #KarolinaCohn90 oder #90RosesForKarolinaCohn in social Media zu teilen. Wir sind überzeugt, dass auf diesem Weg viele Menschen der jüngeren Generation erreicht werden können. Die Erinnerungsaktion soll auf den Stellenwert der Erinnerung an die Shoah und der Holocaust-Erziehung aufmerksam machen.

Karolina Cohn wurde 1929 in Frankfurt geboren. Sie wäre am 3. Juli 90 Jahre alt geworden, wäre sie nicht zusammen mit ihrer Schwester Gitta, und ihren Eltern Else und Richard im November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert und ermordet worden. Dort verliert sich jede Spur. Jahrzehntelang erinnerte nichts mehr an das kleine Mädchen, das nur wenige Wochen jünger als die berühmte Frankfurterin Anne Frank war, es gibt kaum Spuren in Archiven, keine Fotos, keine Tagebücher. Sie wäre völlig in Vergessenheit geraten und sie hätte das Schicksal von mehr als 1,5 Millionen unbekannter ermordeter Kinder geteilt, hätten die Archäologen Wojczek Mazurek und Yoram Haimi in Sobibor nicht ein kleines silbernes Amulett mit eingraviertem Geburtsdatum 3.7.1929 und Geburtsort Frankfurt am M. gefunden. Ein sehr ähnliches Amulett besaß auch Anne Frank. Anhand von Deportationslisten von Yad Vashem konnte der kleine Anhänger Karolina Cohn zugeordnet werden. Die Claims Conference, die die Dokumentation der Sobibor Ausgrabungen und die Datenbank in Yad Vashem fördert, hat im November 2018 Stolpersteine für Karolina und ihrer Familie in der Thomasiusstraße setzen lassen und damit die Erinnerung an Karoline zurück nach Frankfurt geholt. Zahlreiche Familienmitglieder kamen aus aller Welt um an der Zeremonie teilzunehmen. Der israelische Geschäftsmann und leidenschaftlicher Genealoge Chaim Motzen, hatte mehr als hundert Familienmitglieder von Karolina Cohn ausfindig machen können. Die meisten kannten sich nicht und wurden sich zum ersten Mal ihrer Wurzeln und der Verfolgungsgeschichte ihrer Angehörigen bewusst. Für diesen Herbst ist ein erneutes Zusammentreffen der Familie in Conneticut geplant.

The Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference)
Sophienstraße 26
60325 Frankfurt am Main