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10.05.2007 – 11:15

IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Neue Initiative gegen Langzeitarbeitslosigkeit und Facharbeitermangel
iHp zeigt regionale Lösung mit Beispielcharakter

Lingen (ots)

Wie Regionen eigenständig die Wirtschaft ankurbeln
können, zeigte die neu gegründete "iHp" heute auf einer 
Pressekonferenz in Lingen. Das von der Gewerkschaft IG BCE 
unterstützte Unternehmen versteht sich als Dienstleister für 
Industrie, Handel und Prozessindustrie und schuf innerhalb kürzester 
Zeit bereits rund 100 Arbeitsplätze vor allem für 
Langzeitarbeitslose. Bundesweit einzigartig ist, dass die iHp GmbH 
ihre Umsatzrendite auf fünf Prozent begrenzt - alles, was darüber 
hinaus erwirtschaftet wird, fließt umgehend ins Unternehmen zurück. 
Ziel ist es, den Menschen im Emsland eine langfristige Perspektive zu
geben. Landrat und Gewerkschaft lobten diese einzigartige Initiative 
als weitsichtige Lösung, die bundesweit Schule machen könnte.
Immer mehr Unternehmen zentralisieren oder verlagern ihre 
Tätigkeiten ins Ausland, weil sie dort günstigere 
Produktionsbedingungen vorfinden. Den Regionen hierzulande droht 
damit der wirtschaftliche Kollaps. Für sie besteht dringend 
Handlungsbedarf. "Wir wollen nicht länger zusehen, wie zahlreiche 
Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren, sondern ihnen langfristige
Perspektiven in ihrer Region bieten", sagte Peter Wind, Bezirksleiter
der IG BCE Ibbenbüren, heute in Lingen. Die Gewerkschaft ist daher 
einen außergewöhnlichen und beispielhaften Weg gegangen: Gemeinsam 
mit vier Vertretern mittelständischer Betriebe initiierte und 
unterstützt sie ein Unternehmen mit einem zukunftsweisenden Konzept: 
Die iHp GmbH (die Abkürzung steht für Industrie, Handel und 
Prozessindustrie).
Wirtschaftswachstum und humanes Handeln im Einklang
"Wir bieten ein umfassendes Portfolio an Services wie 
Facility-Management sowie personalwirtschaftliche und gewerbliche 
Dienstleistungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Industrie und 
Handel zugeschnitten sind", erklärte Holger Zaß, Geschäftsführer der 
iHp. Außergewöhnlich ist der Fokus auf die Qualifizierung von 
Arbeitslosen für den ersten Arbeitsmarkt: Seit ihrer Gründung Anfang 
April stellte die Gesellschaft bereits 80 Langzeitarbeitslose ein - 
weitere 20 Anstellungen erfolgten Anfang Mai. Darüber hinaus sind ein
weiterer Stellenausbau geplant sowie im Rahmen eines 
Kooperationsvertrages mit der DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH die 
Einstellung von zwölf Auszubildenden im Bereich der Instandsetzung.
"Das Beispiel iHp zeigt, wie Regionen ihr Schicksal in die Hand 
nehmen können und dürfte andere dazu motivieren, selbst aktiv zu 
werden", lobte Hermann Bröring, Landrat im Emsland. Und es zeigt 
auch, dass wirtschaftliches Wachstum sowie soziales Denken und 
Handeln keine Gegensätze sein müssen. "Bei der iHp steht der Mensch 
stets im Vordergrund. Aus Sicht der Gewerkschaft ist es besonders 
lobenswert, dass die Gewinne der Gesellschafter auf maximal fünf 
Prozent beschränkt sind. Was darüber hinaus erwirtschaftet wird, 
fließt unmittelbar in den Ausbau des Unternehmens zurück", so Wind. 
"Dieses Modell ist bislang einzigartig."
Potenziale nutzen: Regionale Antwort auf Globalisierung
Neben der Qualifizierung und Weiterbildung von 
Langzeitarbeitslosen ist auch geplant, Arbeitsbereiche aus 
Industrieunternehmen weiter zu betreiben, die aufgrund von 
firmen-internen Überlegungen verlagert werden sollen. Hier bietet die
iHp den Mitarbeitern, denen der Verlust ihres Arbeitsplatzes droht, 
neue Perspektiven: Sie können von der iHp aufgefangen werden - sofern
sie das Angebot des Dienstleisters sinnvoll ergänzen. Die Verlagerung
von Arbeitsplätzen in fremde Städte oder Länder, die auch als 
"Zentra-lisierung" oder "Offshoring" bezeichnet wird, lässt sich so 
im Voraus abwenden.
Weitsichtigkeit beweisen die Gründer der iHp ebenfalls, in dem sie
die Region im globalen Wettbewerb frühzeitig und nachhaltig stärken. 
Denn nur so lassen sich Arbeitsplätze vor Ort langfristig erhalten. 
Dass Deutschland beispielsweise ein Facharbeitermangel droht, ist 
bereits absehbar. "Die Situation auszusitzen, käme einem Warten auf 
eine anrollende Tsunami-Welle gleich", sagte Zaß. "Wir qualifizieren 
daher schon heute Ar-beitskräfte, die wir Morgen benötigen". Landrat 
Hermann Bröring zeigte sich entsprechend erfreut: "Es ist immer unser
Ziel, den Menschen der Region, ein lebenswertes Zuhause zu bieten, 
das wirtschaftliche und persönliche Chancen bietet. Wichtig ist es 
für eine Region, die Chancen der Globalisierung und wachsenden Märkte
zu erkennen und frühzeitig aktiv zu werden."
Die iHp GmbH
Die iHp wurde im April 2007 mit dem Ziel gegründet, ein 
zukunftsfähiges Dienstleistungsunternehmen in der Region zu schaffen.
Zum Angebot des Unternehmens, das von Holger Zaß als Geschäftsführer 
geleitet wird, gehören Facility-Management, personalwirtschaftliche 
und gewerbliche Dienstleistungen. Derzeit beschäftigt sind 103 
Mitarbeiter. Gesellschafter sind Dieter Barlage (Air System Barlage, 
Flechum), Heinz Gehring (Gehring & Partner, Lingen), Dr. Andreas 
Mainka (Bauunternehmung August Mainka, Lingen), Horst Reinkemeier 
(Brüggershemke & Reinkemeier KG, Gütersloh). Insgesamt repräsentieren
alle Gesellschafter, die eigene Kunden in die iHp einbringen werden, 
mit ihren Unternehmen einen Umsatz von über 200 Mio. Euro und über 
700 Mitarbeitern. Die Abkürzung "iHp" steht für Industrie, Handel und
Prozessindustrie. Philosophie des Unternehmens ist es, den Mensch in 
den Vordergrund zu stellen und ihm eine langfristige Perspektive in 
der Region zu geben.

Pressekontakt:

Peter Wind - Bezirksleiter
IG BCE Ibbenbüren
Breite Straße 12 / 49477 Ibbenbüren
Telefon: 05451 9685-0

Holger Zaß - Geschäftsführung
iHp GmbH
Georgstraße 30-32 / 49809 Lingen
Telefon: 0591 611 3225

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