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18.06.2019 – 09:15

IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Zukunftspaket und Lohnplus in der Chemie: Forderungsempfehlung beschlossen

Zukunftspaket und Lohnplus in der Chemie: Forderungsempfehlung beschlossen
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Chemie-Tarifrunde 2019: "Es wird Zeit!" Hauptvorstand beschließt Forderungsempfehlung: IG BCE will umfangreiches Zukunftspaket und mehr Geld durchsetzen

Entlastung, Sicherheit im Alter, Qualifizierung: Die IG BCE will für die 580.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie zusätzlich zu spürbaren Lohnsteigerungen ein umfangreiches Zukunftspaket durchsetzen. Es umfasst die Einrichtung eines individuellen Zunkunftskontos, die bundesweit erste tarifliche Pflegezusatzversicherung und eine Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels. Die entsprechende Forderungsempfehlung für die Tarifrunde 2019 hat der Hauptvorstand der IG BCE einstimmig beschlossen. Sie trägt das Motto "Es wird Zeit!".

"Wir gehen in dieser Tarifrunde die großen Herausforderungen moderner Industriegesellschaften an: Arbeitsbelastung, Digitalisierung, Demografie", sagte Verhandlungsführer Ralf Sikorski, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der IG BCE. "Aus Umfragen wissen wir, dass diese Themen den Beschäftigten aktuell am meisten auf den Nägeln brennen. Es wird Zeit, dass die Arbeitgeber ihnen hier entgegenkommen."

Die Forderungsempfehlung sieht im Einzelnen vor:

- Die Schaffung eines persönlichen Zukunftskontos in Höhe von jährlich 1000 
  Euro, über das jeder Beschäftigte individuell verfügen kann: ob zur Umwandlung
  in zusätzliche freie Tage oder zum Ansparen auf einem Langzeitkonto - etwa, um
  in bestimmten Lebensphasen eine längere Auszeit nehmen zu können. Denkbar ist 
  auch die Nutzung zur Altersvorsorge oder die direkte Auszahlung. Der Betrag 
  ist tarifdynamisch zu gestalten. Sikorski: "Wir wollen die Option ,Geld in 
  Zeit' mit einer maximalen Entscheidungsfreiheit für den Einzelnen verbinden. 
  Die Beschäftigten wissen selbst am besten, was für sie das Sinnvollste ist."
- Eine reale Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen. Sikorski: "Die 
  Beschäftigten verdienen ein spürbares Plus. Eine Abkühlung der Konjunktur 
  bedeutet noch keine Krise. Auslastung, Beschäftigungs- und Auftragslage liegen
  weiterhin auf hohem Niveau. Wir werden dafür Sorge tragen, dass die 
  Beschäftigten das auch im Portemonnaie merken."
- Die Einführung der bundesweit ersten tariflichen Pflegezusatzversicherung. Sie
  wird durch die Arbeitgeber finanziert und schließt bei Eintritt des 
  Pflegefalls die Finanzierungslücke zur gesetzlichen Vorsorge. Sikorski: "In 
  einer älter werdenden Gesellschaft steigt von Jahr zu Jahr das Pflegerisiko - 
  und die Ungewissheit, ob man sich die Unterstützung im Fall der Fälle 
  überhaupt leisten kann. Diese tarifpolitische Innovation soll unser 
  Sicherheitsversprechen an die Beschäftigten sein. Für die Branche bietet es 
  gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal im Werben um Fachkräfte."
- Eine Qualifizierungsoffensive zur Begleitung des digitalen Wandels. Sikorski: 
  "Wir wissen aus Umfragen, dass die Beschäftigten der Digitalisierung 
  mehrheitlich offen gegenüberstehen und bereit sind dazuzulernen. IG BCE und 
  Arbeitgeber haben im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie hier erste 
  Verabredungen getroffen. Aber da muss noch mehr kommen. Was fehlt, sind 
  schlüssige und passgenaue Weiterbildungskonzepte."

Die Laufzeit des Tarifvertrags ist abhängig vom Gesamtpaket.

Die Forderungsempfehlung des Hauptvorstands bildet den Beginn der Tarifbewegung in der Chemieindustrie und die Grundlage für die nun folgenden Diskussionen in den Vertrauensleutegremien und Tarifkommissionen der IG BCE. Am 19. September beschließt die Bundestarifkommission die endgültigen Forderungen, am 30. September starten die Gespräche zwischen IG BCE und Arbeitgebern in den regionalen Tarifbereichen. Am 21. Oktober wechseln beide Seiten zu zentralen Verhandlungen auf die Bundesebene.

In der zurückliegenden Tarifrunde hatten sich IG BCE und Arbeitgeberverband BAVC darauf verständigt, Fragen rund um Arbeitszeitsouveränität und Qualifizierung in einer "Roadmap Arbeit 4.0" zu sondieren. Mit der Forderungsempfehlung formuliert die IG BCE nun konkrete Maßnahmen für ihre Umsetzung.

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Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Verantwortlich: Lars Ruzic
Abt. Medien & Öffentlichkeitsarbeit
Königsworther Platz 6, 30167 Hannover              
Telefon:  0511/7631-135 u. -329
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Über uns
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit rund 630.000
Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum
Organisationsbereich gehören die Branchen Bergbau, Chemie, Energie, Erdöl und
Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe,
Leder, Papier, Umwelt, Wasser und Ver- und Entsorgungsbetriebe. Vorsitzender
seit 2009 ist Michael Vassiliadis. Hervorgegangen ist die IG BCE 1997 aus einer
Fusion der IG Chemie-Papier-Keramik, der IG Bergbau und Energie und der
Gewerkschaft Leder.
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