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30.10.2018 – 13:30

IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

IG-BCE-Stiftung formuliert zehn Thesen zum Strukturwandel in der Lausitz

Ein Dokument

Strukturwandel managen statt verwalten: Zehn Thesen zum Strukturwandel in der Lausitz Bisherige Instrumente und Maßnahmen reichen nicht, um der Lausitz eine langfristige Zukunftsperspektive zu geben

Mit Blick auf den ersten Zwischenbericht der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung hat die Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE das Papier "Zehn Thesen zum Strukturwandel in der Lausitz" veröffentlicht. Das Papier ist ein Ergebnis der Standortkonferenz Lausitz, die am 25. September in Cottbus stattfand. Die Stiftung Arbeit und Umwelt hat Dr. Hans Gerd Prodoehl, Geschäftsführer der Prodoehl Consult GmbH, darum gebeten, seine zehn Thesen zum Strukturwandel in der Lausitz, die er bei der Veranstaltung präsentiert hat, in einem kurzen Papier zusammenzufassen. Das Papier präsentiert konkrete Lösungsansätze, und knüpft an das Motto der Veranstaltung an: Nur Strukturpolitik reicht nicht!

Der Studie zufolge braucht die Lausitz eine neue und ambitionierte politische Strategie: Althergebrachte Instrumente und Maßnahmen der Strukturpolitik werden nicht reichen, um der Lausitz eine Zukunftsperspektive zu geben. "Aus Sicht der Stiftung Arbeit und Umwelt sind die Thesen zur Strukturpolitik von hoher Relevanz, denn sie formulieren konkrete Handlungsansätze für die Region", erklärt Dr. Kajsa Borgnäs, Geschäftsführerin der Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE.

Die Thesen machen deutlich, wie eine innovative Strukturpolitik aussehen könnte:

 1. Es geht in der Lausitz nicht nur um wirtschaftlichen Strukturwandel, sondern
    um die Revitalisierung der Region als Wirtschafts- und Lebensraum. Diese 
    Aufgabe reicht weit über Wirtschaftsstrukturpolitik hinaus.
 2. Effektive Strukturpolitik für die Lausitz braucht klare politische Führung, 
    eine konzertierte Aktion und wirtschaftskundiges Management: für die die 
    Errichtung einer "Zukunft Lausitz AG".
 3. Der Strukturwandel in der Lausitz kann nur dann gelingen, wenn die Region 
    einen "USP" ausbildet, der Investoren attrahiert. USP meint: Eine 
    inspirierende Investment-Story, die die Lausitz klar von anderen Regionen 
    differenziert.
 4. Die Lausitz könnte zu einer Sonderwirtschaftszone neuen Typs ausgestaltet 
    werden.
 5. Effektive Strukturpolitik für die Lausitz bedeutet: evolutionär und 
    disruptiv, im Korridor und außerhalb des Korridors denken und handeln.
 6. Effektive Strukturpolitik für die Lausitz muss agil konzipiert und umgesetzt
    werden: Zyklus "handeln, reflektieren, lernen, verbessern" statt 
    Kommissionen einrichten, Studien in Auftrag geben und langfristige 
    Masterpläne erarbeiten.
 7. Effektive Strukturpolitik muss unternehmerisch sein: initiativ und proaktiv,
    mit dem Anspruch, Innovationen zu treiben und Märkte zu gestalten.
 8. Die Lausitz könnte als ein Komplementär-Standort zu den Metropolen Berlin 
    und Dresen profiliert werden.
 9. Die Lausitz sollte zu einer Schlüsselregion für Leuchtturmprojekte der 
    deutsch-polnisch-tschechischen Wirtschaftskooperation werden.
10. Unternehmerische Politik für einen nachhaltigen Strukturwandel in der 
    Lausitz benötigt Out of the box-Ideen: Beispiel EU-DARPA.

Als Nachhaltigkeit-Think Tank der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) setzt sich die Stiftung Arbeit und Umwelt für einen Politikansatz der präventiven und arbeitsorientierten Strukturpolitik ein. Dieser Ansatz bietet die Chance, die relevanten Akteure der Regionen in den Wandlungs- und Gestaltungsprozess mit einzubeziehen. "Wir können viel aus der strukturpolitischen Vergangenheit lernen, aber sollten die Fehler nicht wiederholen. Wir müssen moderne Industrie- und Strukturpolitik viel grundsätzlicher und langfristiger denken als bisher. Vor allem braucht es einen eindeutigen industriellen Fokus, und einen Fokus auf neue Industriearbeitsplätze. Die zehn Thesen setzen hier an", erklärt Dr. Borgnäs.

Die komplette Studie finden Sie im Anhang.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter https://www.arbeit-umwelt.de/

Rückfragen richten Sie bitte an:

Stephan Hoare

Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE

Inselstraße 6

D-10179 Berlin

stephan.hoare@igbce.de

Tel. +49 30 2787 1373

Mobil +49 151 163 65 495

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Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Verantwortlich: Lars Ruzic
Abt. Medien & Öffentlichkeitsarbeit
Königsworther Platz 6, 30167 Hannover              
Telefon:  0511/7631-135 u. -329
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Über uns
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit rund 630.000
Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum
Organisationsbereich gehören die Branchen Bergbau, Chemie, Energie, Erdöl und
Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe,
Leder, Papier, Umwelt, Wasser und Ver- und Entsorgungsbetriebe. Vorsitzender
seit 2009 ist Michael Vassiliadis. Hervorgegangen ist die IG BCE 1997 aus einer
Fusion der IG Chemie-Papier-Keramik, der IG Bergbau und Energie und der
Gewerkschaft Leder.