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20.09.2018 – 15:35

IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

Tarifabschluss in der Chemie: Sattes Lohnplus und Verdopplung des Urlaubsgelds

Tarifeinigung in der Chemieindustrie bringt Beschäftigten im Schnitt 4,6 Prozent Plus und Aussicht auf mehr Zeitsouveränität

Deutliche Lohnsteigerungen, ein Quantensprung beim Urlaubsgeld und die Aussicht auf mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten: Nach zweitägigen Verhandlungen haben sich IG BCE und Arbeitgeber auf einen Tarifkompromiss für die 580.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie geeinigt. Er sieht Entgeltsteigerungen von 3,6 Prozent vor. Gleichzeitig hat sich die IG BCE mit ihrer Forderung nach einer Verdopplung des Urlaubsgelds auf 1200 Euro für Vollzeitbeschäftigte voll durchgesetzt. Darüber hinaus vereinbarten die Vertragsparteien eine verbindliche "Roadmap Arbeit 4.0", die bis zur nächsten Tarifrunde mehr Arbeitszeitsouveränität und Qualifikationschancen für die Beschäftigten ermöglichen soll.

Das Gesamtvolumen der Einkommensverbesserungen liegt damit im Durchschnitt bei rund 4,6 Prozent. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 15 Monaten.

"Wir haben für die Beschäftigten ein gutes Tarifpaket geschnürt, das ihnen eine faire Teilhabe am Erfolg ihrer Branche sichert", sagte der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, im Anschluss an die Verhandlungen in Wiesbaden. "Seit Jahren brummt das Geschäft, und niemand spürt das mehr als die Kolleginnen und Kollegen. Sie haben deshalb einen Abschluss verdient, der ihnen sowohl spürbar mehr Cash bietet als auch die Aussicht auf Entlastung und mehr Freiraum bei der Gestaltung ihrer Arbeitszeit. Wir haben das versprochen, jetzt haben wir geliefert."

"Die Forderung nach einer Verdopplung des Urlaubsgelds hat den Menschen aus dem Herzen gesprochen", meinte IG-BCE-Verhandlungsführer und Tarifvorstand Ralf Sikorski. "Das haben wir bei den unzähligen Aktionen in den vergangenen Wochen und Monaten gespürt. Deshalb gab es in dieser Frage für uns keinen Verhandlungsspielraum. Von einer Verdopplung des Urlaubsgelds profitieren die unteren Lohngruppen und die Auszubildenden überdurchschnittlich. Zudem schließt die Chemieindustrie zu anderen Branchen auf und steigert damit ihre Attraktivität als Arbeitgeber." Sikorski hob zudem hervor, dass sich beide Seiten darauf verständigt hätten, bis zur nächsten Tarifrunde Instrumente für mehr Arbeitszeitsouveränität zu schaffen. "Dazu gehört auch die Wahloption Zeit statt Geld."

Der Tarifabschluss im Einzelnen:

- Die Entgelte steigen um 3,6 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten. In 
  Tarifbezirken, wo die Tarifverträge bereits im Sommer ausgelaufen waren, gibt 
  es zusätzlich Einmalzahlungen von 280 Euro (für Auszubildende 80 Euro). 
- Das Urlaubsgeld verdoppelt sich auf 1200 Euro für Vollzeitbeschäftigte und 
  1320 Euro für Schichtarbeiter. Von der Vereinbarung profitieren die unteren 
  Lohngruppen überdurchschnittlich, das Plus liegt hier bei bis zu 1,8 Prozent. 
  Das Urlaubsgeld wird in der chemischen Industrie zusätzlich zur Jahresleistung
  (95 Prozent des monatlichen Tarifentgelts) gezahlt. Auszubildende erhalten 
  beim Urlaubsgeld einen satten Aufschlag von gut 250 Euro auf 700 Euro. 
  Gleichzeitig steigen ihre Ausbildungsvergütungen im ersten und zweiten 
  Ausbildungsjahr um 9 Prozent, im dritten und vierten Ausbildungsjahr um 6 
  Prozent.  
- Beide Seiten vereinbaren in einer "Roadmap Arbeit 4.0" verbindliche Absprachen
  zur kommenden Tarifrunde, mit denen die Branche als Arbeitgeber attraktiver 
  wird. Dazu gehört die Schaffung von Instrumenten, die Arbeitnehmern mehr 
  Arbeitszeitsouveränität und variablere Arbeitszeiten ermöglichen. Die 
  Umsetzung soll durch Betriebsvereinbarungen erfolgen, wobei die 
  Betriebsparteien auf Basis einer qualifizierten Personalbedarfsplanung 
  sicherstellen, dass das erforderliche Arbeitsvolumen erreicht wird. Zudem 
  sollen die Qualifizierungsangebote für die Beschäftigten mit Blick auf 
  Digitalisierung und Wandel der Arbeitswelt verbessert werden. Dazu soll der 
  Unterstützungsverein der chemischen Industrie (UCI), eine gemeinsame 
  Einrichtung beider Parteien, ein entsprechendes Förderprogramm auflegen. 
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Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
Verantwortlich: Lars Ruzic
Abt. Medien & Öffentlichkeitsarbeit
Königsworther Platz 6, 30167 Hannover              
Telefon:  0511/7631-135 u. -329
Handy: 0151/23508638
Telefax:  0511/7000891
E-Mail: presse@igbce.de
Internet: igbce.de
 
Über uns
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist mit rund 630.000
Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum
Organisationsbereich gehören die Branchen Bergbau, Chemie, Energie, Erdöl und
Erdgas, Glas, Kautschuk, Keramik, Kunststoffe und nichtmetallische Werkstoffe,
Leder, Papier, Umwelt, Wasser und Ver- und Entsorgungsbetriebe. Vorsitzender
seit 2009 ist Michael Vassiliadis. Hervorgegangen ist die IG BCE 1997 aus einer
Fusion der IG Chemie-Papier-Keramik, der IG Bergbau und Energie und der
Gewerkschaft Leder. 

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