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Rekrutierung ausländischer Fachkräfte: Deutschland nutzt weltweites Potenzial nur mangelhaft
80 Prozent der grenzüberschreitenden Anwerbeversuche scheitern an zu hohen Ansprüchen

Frankfurt am Main (ots) -

Laut einem aktuellen OECD-Bericht gehört Deutschland seit einigen 
Jahren in Sachen Zuwanderung zu den Gewinnerstaaten. Die an sich gute
Nachricht ist allerdings nicht viel mehr als ein Tropfen auf den 
heißen Stein. Können mit dem jetzigen Zuwanderungssaldo die 
hierzulande bis 2020 fehlenden 4,4 Millionen Fachkräfte doch bei 
weitem nicht ausgeglichen werden. Andere Länder wie beispielsweise 
Kanada oder Australien gehen bei der Rekrutierung ausländischer - 
auch aus Deutschland stammender - Fachkräfte bereits deutlich 
professioneller vor, so das Ergebnis der von der ManpowerGroup 
erstellten internationalen Studie "Talent Shortage Survey 2012". 

"Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Deutschland nicht nur der 
demografische Wandel, sondern auch die weltweit voranschreitende 
Talent Mobility voll erwischt", sagt Thomas Schonscheck von der 
ManpowerGroup Deutschland, der auch Vorstandsvorsitzender des 
Bundesverbands Personalvermittlung ist. Wie die 
ManpowerGroup-Untersuchung "The Borderless Workforce 2011" zeigt, 
gilt Deutschland schon jetzt bei zahlreichen Unternehmen als eine 
Talent-Quelle, die es sich anzuzapfen lohnt. Besonders auf technisch 
versierte Fachkräfte haben es Unternehmen weltweit abgesehen. "Für 
Deutschland, das jetzt schon über einen Mangel an MINT-Fachkräften 
klagt, kann diese Entwicklung fatale Folgen haben", so Schonscheck.

Zumal für deutsche Fachkräfte das Arbeiten im Ausland zunehmend 
leichter und attraktiver wird. "Hierzulande wird hingegen 
ausländischen Fachkräften die Entscheidung für einen Job in 
Deutschland nach wie vor schwerer gemacht: Die Ansprüche an die 
Bewerber steigen an, ohne dass die Arbeitgeber im Gegenzug ihre 
Integrations- und Schulungsmaßnahmen ausbauen - sofern sie überhaupt 
welche etabliert haben", so das eindeutige Urteil von Thomas 
Schonscheck, Experte für Borderless Recruiting bei der ManpowerGroup 
Deutschland. Die Folge: Im vergangenen Jahr beschäftigte laut der 
ManpowerGroup-Untersuchung "The Borderless Workforce 2011" nur jedes 
fünfte deutsche Unternehmen Personal aus dem Ausland. Damit rangiert 
Europas stärkste Wirtschaftsnation im EU-Vergleich gerade einmal im 
Mittelfeld - obwohl sie es am nötigsten hätte, die größten 
Anstrengungen zur Rekrutierung ausländischer Fachkräfte zu 
unternehmen. Ländern wie Norwegen oder Österreich gelingen die 
grenzübergreifende Personalsuche sowie die Eingliederung der 
Fachkräfte laut Studie deutlich besser. Dies zeigt zusätzlich, dass 
die im OECD-Bericht abgebildete Zuwanderung vor allem konjunkturell 
bedingt ist und nicht aus strategischen Maßnahmen resultiert.

80 Prozent der Anwerbeversuche scheitern an zu hohen Ansprüchen 

Die Anstellung ausländischer Mitarbeiter in Deutschland scheitert in 
der Regel an den nicht ausreichenden Deutschkenntnissen der Bewerber.
Mehr als jedes vierte befragte Unternehmen sieht im fehlenden 
sprachlichen Know-how die größte Hürde, um Positionen mit Fachkräften
aus dem Ausland zu besetzen. Im EU-Durchschnitt scheitert die 
grenzüberschreitende Rekrutierung nur bei 16 Prozent der Unternehmen 
an Sprachbarrieren. "Hiesige Firmen stufen bereits bei der 
Einstellung perfekte Deutschkenntnisse genauso hoch ein wie das 
fachliche Know-how", erklärt Vera Calasan, Vorsitzende der 
Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. Deshalb scheiterten 
schätzungsweise 80 Prozent der grenzüberschreitenden Anwerbeversuche 
deutscher Unternehmen.

Erst "teachable-fit" - dann "Perfect Match"

EU-Vorreiter bei der Einstellung ausländischer Talente sind Norwegen 
und Italien. Dort setzt mehr als jeder dritte Arbeitgeber auf die 
Talentsuche im Ausland. Der Fokus beim Rekrutieren liegt in diesen 
Ländern auf dem Potenzial der Bewerber. Sie müssen anfangs nicht 
hundertprozentig in das Jobprofil passen, wenn sie die nötigen Soft 
Skills mitbringen sowie den Ehrgeiz, bestehende sprachliche und 
fachliche Lücken schnell zu schließen.  "Ob Rekrutierung im In- oder 
Ausland - deutsche Arbeitgeber sind gefordert, gezielt Bewerber 
anzusprechen, die 'teachable-fit' sind - also mit absehbarem Aufwand 
geschult werden können", so ManpowerGroup-Chefin Vera Calasan. "Wer 
auf den hundertprozentig passenden Kandidaten wartet, wird die 
Talent-Lücke in seinem Unternehmen niemals schließen können."

Eingestellt - allein gelassen

Erfolgskritisch ist außerdem, den ausländischen Fachkräften und ihren
Familien ein angemessenes Integrationsprogramm zu bieten - was bisher
in Deutschland eher die Ausnahme ist. "Nicht selten glauben die 
Unternehmen, dass der deutsche Staat den Neuankömmlingen schon bei 
den anstehenden Behördengängen hilft. Und an Unterstützung beim 
Aufbau sozialer Kontakte denkt hierzulande so mancher Personalchef 
auch nicht", weiß Thomas Schonscheck. 

Über die ManpowerGroup

Die ManpowerGroup ist der versierteste Personalberater Deutschlands. Drei Joint Ventures mit Branchenführern und die auf MINT-Berufe spezialisierte Gesellschaft Experis machen den Konzern zum Vorreiter in der Branchen- und Fach-Spezialisierung. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen an rund 200 Niederlassungen mehr als 22.000 Mitarbeiter, die überwiegend in Kundenunternehmen tätig sind. Weltweit ist die ManpowerGroup mit einer Präsenz in 80 Ländern führender Anbieter innovativer Human Resources-Lösungen. Mehr Informationen zur ManpowerGroup erhalten Sie unter www.manpowergroup.de.

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