ManpowerGroup Deutschland GmbH

Eine Million Zeitarbeitnehmer in Deutschland 2010
- Markt durchbricht die magische Schwelle - Millionster Zeitarbeitsvertrag unterschrieben

Berlin (ots) - Am Mittwoch wurde in Berlin der millionste Zeitarbeitsvertrag des Jahres 2010 unterschrieben: Die Literaturwissenschaftlerin und PR-Fachfrau Britta Steffen wird künftig als Mitarbeiterin des Personaldienstleisters Manpower für einen Medien-Verband in der Hauptstadt tätig sein. Nach zahlreichen erfolglosen Bewerbungen freut sich Frau Steffen über den Erfolg zum Jahresende: "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Personaldienstleister wichtige Türen öffnen kann, um an eine Stelle zu kommen, die man selbst so nicht erreicht. Und bei Manpower wurde mein Potenzial erkannt."

2010 entstand jeder zweite neu geschaffene Arbeitsplatz in der Arbeitnehmerüberlassung. Damit ist die Branche wie schon in den Jahren 2006 und 2007 wieder der Jobmotor für Deutschland. "Der unbefristete Arbeitsvertrag mit Frau Steffen, den wir symbolisch als den millionsten Arbeitsvertrag 2010 unterzeichnet haben, macht deutlich, dass die Zeitarbeit boomt. Die dringend benötigte internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen am Standort Deutschland wird zu einem Großteil durch die Flexibilität geschaffen, die das Modell Zeitarbeit bietet", so Kerstin Hattar, Mitglied der Manpower Geschäftsleitung.

Wachsende Branche will Mindestlohn

Die Schallmauer von einer Million Arbeitsverträgen wurde schneller durchbrochen als ursprünglich erwartet. Nach einem Einbruch während der Wirtschaftskrise wächst die Branche seit dem 2. Quartal 2009 wieder kontinuierlich. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft gab es in diesem Oktober bereits 923.000 Zeitarbeitnehmer in Deutschland. Das entspricht einem Anstieg von rund 40 Prozent seit Januar 2010 bzw. einem durchschnittlichen monatlichen Plus von mehr als vier Prozent. Die Branche erwartet für 2011 weiterhin ein zweistelliges Wachstum.

Einen nachhaltig fördernden Einfluss auf das Ansehen der Zeitarbeit haben unter anderem das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) und der 2004 in Kraft getretene Tarifvertrag der Zeitarbeitsverbände BZA/IGZ mit den DGB-Gewerkschaften. Gemeinsam fordern die Tarifpartner, Arbeitnehmerüberlassung in das Entsendegesetz zu übernehmen und damit einen Mindestlohn einzuführen. "Wir müssen das Image weiterentwickeln, deutlich machen, was unsere Branche leistet, und die Arbeitnehmerüberlassung vor Missbrauch schützen. Der Tarifvertrag mit den DGB-Gewerkschaften ist ein effektives Instrument, dieses Ziel zu erreichen", ergänzt Hattar.

Nach Meinung von Experten hat der Arbeitsmarkt in Deutschland durch Personaldienstleister an Flexibilität gewonnen. Zum einen, weil Reformen den Arbeitgebern bei Personalanpassungen mehr Möglichkeiten einräumen. Zum anderen, weil Personalentscheider aufgrund guter Erfahrungen die Lösungen wie Arbeitnehmerüberlassung und Projektarbeit nutzen. Ein weiteres Plus der Zeitarbeit zeigte sich während der Krise: die puffernde und schützende Wirkung für die Stamm-Mitarbeiter in den Kundenunternehmen.

Gute Chancen für Spezialisten

"2010 haben bei Manpower ca. 35.000 Menschen einen neuen Job erhalten. Je nach Qualifikation werden zwischen 20 und 30 Prozent später vom Kundenunternehmen übernommen", so Kerstin Hattar weiter. Aktuell sucht Manpower bundesweit über 1.600 Bewerber - für nahezu alle Branchen und Qualifikationsniveaus. Der Vertrag mit Britta Steffen symbolisiert auch einen Wandel der Arbeitnehmerüberlassung. Im Vergleich zu früheren Jahren "nimmt der Anteil der Spezialisten, Akademiker und Fachkräfte deutlich zu", erläutert Thomas Koch, Niederlassungsleiter von Manpower am Kurfürstendamm in Berlin.

Auf Zeitarbeit entfallen in Deutschland weniger als zwei Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse. Dieser Wert liegt unter dem europäischen Durchschnitt von über 2,5 Prozent. In Großbritannien arbeiten rund fünf Prozent der Beschäftigten in der Arbeitnehmerüberlassung, in Belgien, Frankreich und den Niederlanden liegt der Anteil deutlich über zwei Prozent. "Manpower ist in der Lage, in regulierten wie stark deregulierten Märkten Modelle anzubieten, die eine notwendige Flexibilität bieten. Für Frankreich gibt es mit dem sog. Agenturmodell eine komplett andere Lösung als in Deutschland", führt Hattar aus.

Manpower der Pionier

1948 wurde die Arbeitnehmerüberlassung erfunden. Die Rechtsanwälte Aaron Scheinfelder und Elmar Winter brauchten 1984 kurzfristig einen Mitarbeiter zur Erstellung eines juristischen Schriftstücks. Die Suche verlief erfolglos - kein Unternehmen konnte einen Mitarbeiter zu Verfügung stellen. Vor dem Hintergrund dieses Erlebnisses gründeten Scheinfelder und Winter das Unternehmen Manpower - das erste Zeitarbeitsunternehmen weltweit. Die erste Mitarbeiterin war somit auch eine kaufmännische Angestellte.

Die ersten Niederlassungen in Europa waren UK (1956), Frankreich (1957). Manpower Deutschland wurde am 21. Mai 1965 in Frankfurt als Tochter von Manpower Inc. gegründet - ebenfalls als Pionier der Branche. Etwa zwei Jahre später regelte das Bundesverfassungsgericht die "Leiharbeit".

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