Cap Anamur

Unruhen gefährden Hilfseinsatz von Cap Anamur in Cote d'Ivoire

    Köln (ots) - Schwere Unruhen erschüttern seit 2 Tagen die Elfenbeinküste. Die Ausschreitungen gefährden die Sicherheit unserere Mitarbeiter und somit auch die gesamte Arbeit vom Komitee Cap Anamur.

    Die sogenannten "Jungen Patrioten" errichteten Straßenbarrikaden, belagerten die französische Botschaft und stürmten die UN-Station in der Hauptstadt Abidjan. Hintergrund der Ausschreitungen ist der Streit um die Zukunft des Präsidenten Gbagbo und seines Parlaments. Seine Amtszeit ist Mitte Dezember abgelaufen, das internationale Komitee zur Überwachung des Friedensprozesses (GIT) hat am Wochenende verkündet, die Amtszeit des im Jahr 2000 gewählten Parlaments werde nicht verlängert. Gbagbos Partei FPI hält im Parlament die Mehrheit. Die Milizionäre gingen dagegen auf die Straße und fordern den Abzug der 7000 UNO-Soldaten und der rund 4000 französischen Militärs aus dem Land. Die Polizei setzte Tränengas ein, nachdem sie mit Steinen beworfen wurde.

    Unser Team an der Grenze zum Rebellengebiet in Duekoue ist nur knapp 30 km von Guiglo entfernt. Die "Jungen Patrioten", die als regierungsnah gelten, haben letzte Nacht die UN-Station in Guiglo angegriffen. Bei den Ausschreitungen wurden mehrere der Angreifer durch Schüsse der UN getötet oder verletzt.

    Auch heute wird mit weiteren Unruhen gerechnet. Die Angst vor einer weiteren Eskalation ist, gerade vor dem Hintergrund der Ausschreitungen in 2004, mehr als berechtigt.

    Zur Zeit wird in Duekoue demonstriert, eine aufgebrachte Menge randaliert durch die Kleinstadt. Die Sicherheitslage ist für unsere fünf Mitarbeiter ist äußerst prekär, drei von ihnen sitzen in Duekoue fest. Sie haben sich vor dem Mob im Haus verschanzt.

    Die beiden anderen sind in der unmittelbaren Nähe von Abidjan. Straßensperren und unherziehende bewaffnete Gruppen lassen keinerlei Bewegung zu.

    Seit Jahren ist die Elfenbeinküste Schauplatz von einem blutigen Bürgerkrieg. Die damit einhergehende Verarmung und die Zerstörung prägen das Bild des Landes. Allein in der Region um Duekoue leben mehrere 10-Tausende Menschen in Flüchtlingslagern. Die Flüchtlinge, wie auch viele der Einwohner, können sich, selbst wenn Krankenhäuser vorhanden sind, eine Behandlung nicht leisten.

    Hier wurde mit der Arbeit von Cap Anamur begonnen. Medizinische Versorgung der Armen, der Aufbau von Schulen, die Gewährleistung der Trinkwasserversorgung durch den Bau von Brunnen und vieles mehr auf beiden "Seiten", all das scheint durch diesen neuen Ausbruch der Gewalt gefährdet.

Pressekontakt:
Komitee Cap Anamur
Bernd Göken
0221-913 8150

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