Klinikum Osnabrück

Kommunale Krankenhäuser bündeln ihre Kräfte
Neuer Verband vertritt Interessen der per saldo größten Gruppe am deutschen Krankenhausmarkt

Das Management kommunaler Krankenhäuser schafft sich größere Freiräume: Der Interessenverband kommunaler Krankenhäuser e.V. will die Kräfte der öffentlichen Häuser bündeln und deren Stimme im deutschen Krankenhausmarkt sein. Mit der Gründung wollen die Kliniken deutlich machen, dass kommunale... mehr

    Osnabrück (ots) -

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    Der in diesem Sommer gegründete Interessenverband kommunaler Krankenhäuser e.V. will die Kräfte der öffentlichen Häuser bündeln und deren Stimme im deutschen Krankenhausmarkt sein. "Zusammengenommen bilden die öffentlichen Häuser den größten Teil des deutschen Krankenhausmarktes ab," so Dr. Hansjörg Hermes, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH. "Mit unserer Gründung wollen wir deutlich machen, dass kommunale Häuser kein Auslaufmodell sind, sondern bereits in vielen Fällen, vor allem der Maximalversorgung, beweisen, dass unsere Konzepte mindestens ebenso leistungsfähig sind wie diejenigen, der privaten Betreiber," so Hermes weiter.

    Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehören die kommunalen Krankenhäuser in Wolfsburg, Potsdam, Osnabrück, Stuttgart und Cottbus sowie der Bremer Klinikverbund. Dessen Geschäftsführer, Wolfgang Tissen, vertritt als Erster Vorsitzender den neuen Verband. Er kritisiert vor allem, dass bei den Kommunen vielerorts ein Investitionsstau in den Häusern entstanden sei. "Wir müssen der Politik erklären, dass sie ihre Entscheidungen den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und zeitgemäßem Management anpasst. So wollen wir vor allem die Tarifeinbindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hervorragende Arbeit leisten, flexibler gestalten können," erläutert Tissen. Der Interessenverband kommunaler Krankenhäuser wolle in Zukunft deutlich machen, dass seine Mitglieder nicht nur aus eigener Kraft ihre Wirtschaftlichkeit erlangen oder wiedererlangen könnten, sondern dass die kommunalen Häuser eine entscheidende Rolle bei der Wahrung der Patienteninteressen übernehmen müssen. Dr. Hermes weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren von "Elefantenhochzeiten" im Kliniksektor hin: "Wir sehen mit Sorge, dass die Übernahme vom umsatzstärksten privaten Krankenhausbetreiber Helios durch die Fresenius AG ein weiterer Schritt in die Richtung von Interessenverflechtung und rein gewinnorientierten Managements zu Lasten der Patienten ist," so Hermes.

    Hansjörg Hermes verweist zudem darauf, "dass noch kein privater Betreiber den Beweis angetreten hat, dass er ein Haus der Maximalversorgung in einer Region tatsächlich wirtschaftlich betreiben kann." Bislang seien die Übernahmen von eher kleineren Häusern betrieben worden, Modelle wie Hamburg oder das neue Führungsmodell der Helios hätten sich am Markt noch keineswegs bewährt. Sein Haus, das Klinikum Osnabrück, habe hingegen in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es aus einem Millionenverlust in die Gewinnzone habe gelangen können - und zwar aus eigener Kraft. "Dass wir nach weniger als zwei Jahren schwarze Zahlen schreiben und neue Leistungsangebote anbieten können, liegt zum einen an der Strategie, die wir im Einklang mit dem Tarifpartner durchsetzen. Vor allem aber ist dies eine Mannschaftsleistung unserer 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die erbracht werden konnte, weil die Politik in Osnabrück eine Langfristentscheidung für den Verbleib der Klinik in kommunaler Hand getroffen hat," so Hermes. Diesen Vertrauensvorschuss habe man eingelöst und wolle damit beispielgebend für andere kommunale Häuser sein. Aus ganz Deutschland kämen Betriebsräte und Geschäftsführungen, um sich über das so genannte "Osnabrücker Modell" zu informieren. "Dies kann für unseren Interessenverband ein Benchmark sein," so Hermes abschließend.

    Der Interessenverband kommunaler Krankenhäuser will nach eigenem Bekunden keinesfalls eine Konkurrenz zum Deutschen Städtetag oder zur Deutschen Krankenhausgesellschaft sein. Gleichwohl gelte es, die spezifische kommunale Interessenlage, die sich auch dem Gemeinwohl verpflichtet fühle, im Krankenhausmarkt zu positionieren.

Für Rückfragen der Redaktion: Klinikum Osnabrück GmbH Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes, Telefon: 0541/ 405 1000

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