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Rente mit 67 - Änderungsbedarf auch bei betrieblichen Versorgungszusagen? Geplante Anhebung des gesetzlichen Rentenalters führt zu Klärungsbedarf bei vielen betrieblichen Versorgungswerken

    Frankfurt (ots) - Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kommt in seinem Strategiebericht zur Alterssicherung 2005 zu dem Ergebnis, dass die betriebliche Altersversorgung in Deutschland eine Renaissance erlebt. Bereits im März 2003 verfügten rund 15 Millionen Beschäftigte über Betriebsrentenanwartschaften, was 57 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspricht. 2004 stieg die Zahl der Beschäftigten mit Betriebsrentenansprüchen auf rund 16 Millionen. Der betrieblichen Altersversorgung (bAV) kommt somit neben der gesetzlichen und privaten Altersabsicherung eine tragende Rolle zu.

    Derzeit ist zur Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre geplant. Mögliche Auswirkungen dieses Schrittes auf die betriebliche Altersversorgung blieben in der öffentlichen Diskussion bislang jedoch unberücksichtigt. Dabei kann sich die geplante Maßnahme auch auf Betriebsrenten auswirken.

    Die Anhebung des Eintrittsalters für die Betriebsrente von 65 auf 67 Jahre würde eine finanzielle Entlastung der Arbeitgeber mit sich bringen, weil der Leistungsfall später eintreten würde. Mitarbeiter, die vor Renteneintritt aus dem Unternehmen ausscheiden, würden ebenfalls eine niedrigere Versorgungsanwartschaft bei einem Eintrittsalter von 67 Jahren statt 65 erhalten.

    Ein bedeutender Teil der heute bestehenden Betriebsrentenzusagen nennt allerdings ausdrücklich das 65. Lebensjahr als Altersgrenze für die Inanspruchnahme der Betriebsrente und bleibt damit zunächst von der Anhebung des gesetzlichen und betriebsrentenrechtlichen Eintrittsalters unberührt. Eine Anhebung der Altersgrenze ist in diesem Fall nur im Einvernehmen mit den Arbeitnehmern bzw. dem Betriebsrat sowie im Einklang mit der geltenden Rechtsprechung möglich.

    Anders verhält es sich bei Betriebsrentenzusagen, die dynamisch auf das gesetzliche oder betriebsrentenrechtliche Eintrittsalter verweisen. Hier erfolgt eine automatische Anpassung an die gesetzliche Situation. In der Vergangenheit hat der Gesetzgeber im Zusammenhang mit der Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auch eine entsprechende Anpassung im Betriebsrentengesetz vorgenommen.

    Rita Reichenbach, Leiterin des Bereichs Legal der Mercer Human Resource Consulting, einem weltweit führenden HR Beratungsunternehmen, zu den Auswirkungen der Rente mit 67 auf die bAV: "Wir sehen bei vielen betrieblichen Versorgungsregelungen darum Optimierungsbedarf und empfehlen, möglichst schnell zu handeln. Außerdem gehen wir davon aus, dass sich Unternehmen bei der Gestaltung neuer oder der Anpassung bestehender Versorgungszusagen künftig eher für eine dynamische Verweisung entscheiden werden."

Pressekontakt: Rita Reichenbach Leiterin Legal E-Mail: rita.reichenbach@mercer.com Tel.: +49 (0) 69 96130 480

Katrin Thiery Presse- und Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: katrin.thiery@mercer.com Tel.:+49 (0) 69 96130 109

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