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30.12.2007 – 12:46

Wort & Bild Verlag - Gesundheitsmeldungen

Rationierung unvermeidlich? - Wissenschaftler rütteln an Tabus bei Gesundheitsleistungen

Baierbrunn (ots)

Die Sparpolitik im Gesundheitswesen stößt an
Grenzen. Nun rühren Ärzte, Politiker und Ethiker an einem Tabu, das 
in Deutschland noch gilt: Sie diskutieren über eine Rationierung. Das
bedeutet, öffentlich finanzierte medizinische Leistungen würden nach 
vorgegebenen Kriterien zugeteilt. "Eine Welt ohne Rationierung ist 
nicht denkbar", sagt etwa Professor Friedrich Breyer, 
Lehrstuhlinhaber für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der 
Universität Konstanz in der "Apotheken Umschau". Auch der Aachener 
Professor Dominik Groß, Direktor des Instituts für Geschichte, 
Theorie und Ethik der Medizin, befindet: "Wir sind schon mitten in 
der Rationierung, und wir kommen auch gar nicht daran vorbei." Noch 
wehren sich maßgebliche Politiker vehement gegen diese 
Gedankenspiele. "Unser Gesundheitssystem verfügt über genügend Geld, 
um jedem Patienten die notwendige Behandlung zu bezahlen", sagt 
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, die gleichwohl schon viele 
Sparmaßnahmen durchsetzen musste. Die Diskussion um Rationierungen 
greift im Wissenschaftsbetrieb um sich, auch wenn unklar ist, wohin 
sie führt. "Aussichten auf glatte, leichte Lösungen bestehen kaum", 
schreibt Professorin Bettina Schöne-Seifert, Medizinethikerin an der 
Universität Münster, in der "Apotheken Umschau". Sie verlangt, dass 
die Diskussion offen geführt wird und spricht von einer bereits 
bestehenden "verdeckten Rationierung", die sie für nicht legitim 
hält. "Denn sie verletzt das Recht der Bürger und Patienten, darüber 
informiert zu sein und darauf zu reagieren."
Diese Meldung ist nur mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.
Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 1/2008 A liegt in den 
meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung
an Kunden abgegeben.

Pressekontakt:

Kontakt:
Ruth Pirhalla
Pressearbeit
Tel.: 089 / 7 44 33-123
Fax: 089 / 744 33-459
E-Mail: pirhalla@wortundbildverlag.de

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