TransFair e.V.

Schön fair: Fairtrade-Kosmetik ab sofort in Deutschland erhältlich
Zusätzliche Absatzchancen für Produzenten

Mit Kosmetik erweitert TransFair das Sortiment fair gehandelter Waren in Deutschland. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/52482 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/TransFair e.V./Miriam Ersch"

Stuttgart (ots) - Mit Kosmetik erweitert TransFair das Sortiment fair gehandelter Waren in Deutschland. Verbraucher können sich dadurch jetzt auch bei der täglichen Pflege für Produkte mit fair produzierten Inhaltsstoffen entscheiden. "Der Markt für nachhaltige Kosmetikprodukte wächst stetig", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath. "Fairtrade-Kosmetik ermöglicht Produzenten zusätzliche Absatzmärkte und Verkäufe unter Fairtrade-Bedingungen." Im Rahmen der Messe FAIR HANDELN stellte TransFair die ersten Partnerfirmen vor und erläuterte Hintergründe für die Einführung von Fairtrade-Kosmetik.

Nachhaltige Kosmetik im Trend

Ob Seife, Duschgel oder Bodylotion - Kosmetikprodukte sind ständige Begleiter unseres Alltags. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach nachhaltig produzierter Kosmetik immer weiter an. Konsumenten möchten sich für Produkte mit Mehrwert entscheiden, TransFair reagiert auf diesen Trend und führt in Deutschland das Fairtrade-Siegel für Kosmetik ein. Zunächst sind Handcremes, Gesichtscremes und eine Lippenpflegeserie von Fair Squared sowie eine Fußlotion und Zahnreinigungstabs von Lush erhältlich. Für den Hotel- und Gaststättenbereich wird in Kürze eine Pflegeserie des Herstellers ADA Cosmetics International erscheinen. TransFair knüpft mit der Einführung von Fairtrade-Kosmetik an positive Erfahrungen auf dem britischen und schwedischen Markt an.

Die ersten Produkte enthalten Fairtrade-Oliven- und Mandelöl

"Fair Squared bezieht für seine Pflegeprodukte extra natives und bio-zertifiziertes Olivenöl von der Produzentenkooperative Canaan im Westjordanland.", so Oliver Gothe, Geschäftsführer von Fair Squared. Wie bei allen Fairtrade-Produkten bekommen die Produzenten einen Fairtrade-Mindestpreis und eine Fairtrade-Prämie, mit der sie Gemeinschaftsprojekte umsetzen können. "Canaan arbeitet mit mehr als 1.700 lokalen Kleinbauernbetrieben zusammen, die die Fairtrade-Prämie für Programme in den Bereichen Bildung, Frauenrechte und Umwelt verwenden." Mandelöl aus Jenin im Westjordanland ist einer der Rohstoffe für die Fairtrade-Kosmetikprodukte von Lush. Der Faire Handel mit Mandelöl ist ein neuer Produktbereich für die Produzenten, die hauptsächlich Olivenöl anbauen. So konnte eine dauerhafte Unterstützung der Kleinbauern in der Region etabliert werden. "Fairtrade ist für uns eine stimmige Ergänzung für unsere Produktpalette. Das Fairtrade-Siegel zeichnet die nachhaltige Zusammenarbeit auch für unsere Kunden eindeutig aus und macht zugleich einen Teil unserer Philosophie für jeden leicht erkennbar. Fairer Handel als eine der tragenden Säulen von Lush spielt stets eine übergeordnete Rolle bei der Rohstoffbeschaffung. Wir achten sorgfältig darauf, dass unsere Handelsbeziehungen einen nachhaltigen Mehrwert für unsere Produzenten schaffen", so Tanja Umbach, Brand Managerin von Lush Deutschland.

Über 200 Fairtrade-Rohstoffe können für Kosmetik verwendet werden

Ein Großteil der bereits existierenden Fairtrade-Rohstoffe kann auch in Kosmetikartikeln verarbeitet werden. Dadurch sind über 200 natürliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Kakaobutter, Mandelöl oder Honig für die Produktion von Kosmetikprodukten verfügbar. Durch die zusätzliche Produktkategorie erschließen sich den Fairtrade-Produzenten neue Märkte, da ihre Rohstoffe nun auch für Kosmetik nachgefragt werden.

Transparente Kennzeichnung der Produkte

Welche Kriterien erfüllt werden müssen, damit Kosmetikartikel das Fairtrade-Siegel tragen dürfen, erläuterte Dieter Overath: "Alle Inhaltsstoffe eines Fairtrade-Kosmetikproduktes, die als Fairtrade-Rohstoffe verfügbar sind, müssen auch Fairtrade-zertifiziert sein."

Kosmetikprodukte bestehen meist zu einem großen Teil aus Wasser und nur zu einem sehr kleinen Anteil aus natürlichen oder synthetischen Inhaltsstoffen. Nur die natürlichen Inhaltsstoffe können Fairtrade-zertifiziert sein, daher wurden die Richtlinien darauf ausgerichtet, dass die vorgeschriebenen Fairtrade-Prozentanteile möglichst viele Kosmetikprodukte abdecken. Produkte, die auf der Haut bleiben wie Cremes oder Lippenstifte, müssen zu mindestens fünf Prozent aus zertifizierten Rohstoffen bestehen. Bei Produkten, die abgewaschen werden und bei denen der Wasseranteil sehr groß ist, wie Duschgels oder Shampoos, beträgt der Mindestanteil zwei Prozent. Bei vielen Produkten können jedoch auch deutlich höhere Anteile erzielt werden, wie zum Beispiel Seifen aus Shea-Butter - hier liegt der Anteil bei 50 Prozent. Um die Transparenz für die Verbraucher zu gewährleisten wird das Siegel immer in Kombination mit dem Hinweis "mit Fairtrade-Zutaten" auf den Kosmetikartikeln erscheinen. Auf der Produktrückseite müssen zudem die einzelnen Fairtrade-zertifizierten Inhaltsstoffe und ihr prozentualer Anteil am Gesamtprodukt angegeben werden.

Aufbau von Strukturen im Süden

Das Ziel von Fairtrade, die Organisationsstrukturen in den Produzentenländern zu fördern, spiegelt sich auch bei Fairtrade-Kosmetik wider: Zusätzlich zu Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie fließen 50 Prozent der Lizenzgebühren, die von den Unternehmen an TransFair gezahlt werden, zurück an Fairtrade International, um Projekte vor Ort zu finanzieren. "Fairtrade ist eine Bewegung, die von Produzenten getragen wird. Damit dies auch umgesetzt werden kann, brauchen wir stärkere Strukturen im Süden", so Overath. TransFair erhofft sich, dass die Produktpalette an Kosmetik mit Fairtrade-Inhaltsstoffen im weiteren Jahresverlauf wächst. Mehr Verkaufsstellen und weitere Produktkategorien sollen hinzukommen, sodass Verbrauchern die Suche nach nachhaltiger Kosmetik erleichtert wird. Seit Kurzem gibt es zudem die ersten "Fairtrade-Hotelzimmer", bei denen die Produkte fest eingeplant sind.

Weitere Hintergrundinformationen und Fotos finden Sie unter www.fairtrade-deutschland.de/pressemappe.

Hintergrund:

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 42.000 Geschäften. Über 20.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus.

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TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Initiativen aus 24 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Unter Beteiligung aller Stakeholder setzt der Verein die international gültigen Fairtrade-Standards fest und berät die Produzentengruppen durch lokale Berater. Alle beteiligten Akteure werden regelmäßig von FLO-CERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 65 (DIN EN 45011).

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