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22.02.2006 – 14:35

Technology Review

Technology Review über die neue Konkurrenz der Telekom
Kommunale Initiativen bauen Glasfasernetze aus

Hannover (ots)

Die Deutsche Telekom bekommt zunehmend Konkurrenz
bei schnelleren Datenanschlüssen. Nach Norderstedt wollen jetzt auch 
die Stadtwerke der Ruhrstadt Schwerte die Haushalte direkt mit 
Glasfaser-leitungen versorgen. Eine Initiative, die Nachahmer finden 
und die Marktmacht der Telekom gefährden könnte, schreibt das 
Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 
03/06.
"Fiber to the Home (FTTH)" nennen Experten die durchgängig 
optische Infrastruktur. Mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 
2,5 Gigabit pro Sekunde sollen die Daten dann bis zu 1000-mal 
schneller, als mit gängiger DSL-Technik heute möglich ist, in die 
Wohnzimmer kommen. Auch der von der Telekom geplante VDSL-Netzausbau 
wird damit um den Faktor 50 übertroffen.
Drei Milliarden Euro will die Deutsche Telekom in den 
Glasfaserausbau ihrer Netze investieren. Doch vorerst sollen nur 
wenige Großstädte berücksichtigt werden. Ein Vorhaben, dass die 
Schwerter Stadtwerke auf den Plan gerufen hat. Neben Gas, Wasser und 
Abwasser wollen sie künftig die Haushalte auch mit Glasfasertechnik 
versorgen. Während die Telekom nur die Strecken zwischen 
Hauptverteilern und Kabelverteilzentren optisch überbrücken will und 
für das letzte Stück, die Teilnehmeranschlussleitung, weiterhin 
Kupfer verwendet, setzen die Stadtwerke Schwerte ausschließlich auf 
Glasfaser. "Wir wollen eine Alternative zur Deutschen Telekom 
bieten", sagt Gerhard Visser, Geschäftsführer der Schwerter 
Stadtwerke im Gespräch mit Technology Review. In den kommenden Jahren
müssten fast alle Haushalte ihre Abwasserrohre freischaufeln, um sie 
auf Dichtigkeit zu überprüfen - eine günstige Gelegenheit, um jeweils
einen Glasfaserstrang von der Straße bis zum Haupteingang zu 
verlegen.
Außerhalb Europas prägt der Glasfaser-Direktanschluss längst die 
Telecom-Netze. Allein Japan zählt vier Millionen FTTH-Anschlüsse. In 
vier Jahren sollen es 30 Millionen sein. Die Marktführerschaft wird 
bis dahin voraussichtlich die USA übernehmen. Denn große 
Telecom-Dienstleister wie Verizon und SBC bauen ihr FTTH-Angebot 
rapide aus. Auch wenn die US-Unternehmen momentan maximale Datenraten
von 30 Megabit pro Sekunde bieten: Die Furcht, im globalen Wettbewerb
ins technologische Hintertreffen zu geraten, treibt auch viele 
europäische Metropolen dazu an, auf leistungsfähige 
Breitbandanschlüsse zu setzen. Paris, Amsterdam und Wien starten in 
diesem Jahr ebenfalls große Glasfaserprojekte.
Titelbild Technology Review 3/2006
www.heise-medien.de/presseinfo/bilder/tr/06/tr032006.jpg
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