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Technology Review über neue Trends in der Hirnforschung
DaimlerChrysler setzt auf Neuromarketing

    Hannover (ots) - Bei der Entwicklung neuer Modelle setzt DaimlerChrysler verstärkt auf die Hirnforschung. Dazu hat der Automobilkonzern ein Patent auf ein "Verfahren zur Optimierung und Erfassung von Produktattraktivität oder Produktakzeptanz" auf der Grundlage von Gehirn-Scans angemeldet, so das Technologiemagazin Technology Review in der aktuellen Ausgabe 10/04.

    Mit dem Blick ins Gehirn der Kunden liegt DaimlerChrysler im Trend - und hat sich mit dem Patent womöglich einen guten Teil dieses neuen Marktes gesichert. Die Direktmessung der Hirnströme soll Ungenauigkeiten, die bei bisher üblichen Testverfahren auftraten, ausschließen. Auf diese Weise haben Neurowissenschaftler in den USA bereits untersucht, warum die meisten Leute Coca-Cola trinken, obwohl ihnen Pepsi-Cola besser schmeckt. Hollywood-Studios setzen Neuromarketing ein, um die unbewusste Wirkung von Filmtrailern zu testen.

    Die Produktakzeptanz-Forscher von DaimlerChrysler arbeiten beim Neuromarketing mit Henrik Walter, Neuropsychiater am Universitätsklinikum Ulm, zusammen. Unter dem Magnetresonanztomographen (fMRT), früher als Kernspintomograph bekannt, wurden zwölf Männern Fotos von Autos verschiedener Kategorien gezeigt - Kleinwagen, Limousinen und Sportautos. Das Ergebnis: Beim Anblick der Sportwagen leuchteten auf dem Bildschirm mehrere so genannte Belohnungssysteme im Gehirn signifikant stärker auf als bei den billigeren Modellen. In Zukunft will DaimlerChrysler laut der Patentschrift die Hirn-Scanner mit Design-Computern koppeln, die auf Grundlage der Messung direkt Anpassungen an den gezeigten Modellen vornehmen können.

    Allerdings steht das Neuromarketing nach Einschätzung von Experten erst am Anfang. Die Verfahren der Computertomographie seien noch viel zu grob, um die komplexen Hirnfunktionen wirklich aufzuschlüsseln. Umstritten sind auch die weit reichenden Schlussfolgerungen, die aus Hirn-Scans geschlossen werden. "Es besteht die Gefahr, dass eine unausgegorene Technologie unhinterfragt in die Praxis sickert", stellt Technology Review-Chefredakteur Thomas Vašek fest.

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