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Achtung: Sperrfrist bis 4. Januar 2006, 6 Uhr Reporter ohne Grenzen zieht Bilanz: Gewalt nimmt zu - Zahl getöteter Journalisten in 2005 gestiegen

    Berlin (ots) - Achtung: Sperrfrist bis 4. Januar 2006, 6 Uhr

    Berlin/Paris, 4. Januar 2006: Im vergangenen Jahr kamen mindestens 63 Journalisten und fünf Medienmitarbeiter während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben. Somit liegt die Zahl der Opfer unter Journalisten um zehn höher als im Vorjahr. Übergriffe und Zensur nahmen deutlich zu.

    Mit mindestens 1.006 zensierten oder verbotenen Medien im vergangenen Jahr stieg diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um über 60% an (2004: 622). Drohungen und gewalttätige Übergriffe übertrafen mit 1.308 Vorfällen die hohen Zahlen aus 2004 (1.146). Einen leichten Rückgang dokumentierte die Menschenrechtsorganisation dagegen bei den vorübergehenden Festnahmen (2005: 807 / 2004:907).

    Zum dritten Mal in Folge ist der Irak das gefährlichste Land für Journalisten weltweit. Im Jahr 2005 kamen dort 24 Journalisten und fünf Medienmitarbeiter ums Leben. In den meisten Fällen gingen die Angriffe auf das Konto von Terroristen und aufständischen Gruppen. Doch in drei Fällen waren auch US-amerikanische Truppen beteiligt.

    Auf den Philippinen haben sieben Journalisten ihre kritischen Berichte mit dem Leben bezahlt. Die Übergriffe gingen dort weniger von bewaffneten Gruppen aus. Oft stehen Politiker, Geschäftsleute oder Drogenhändler hinter den Anschlägen. Sie werden kaum zur Rechenschaft gezogen.

    Im Libanon nahmen gewalttätige Übergriffe auf Politiker und Journalisten zu. Auf Samir Kassir, May Chidiac und Gebran Tueni wurden Autobombenanschläge verübt. Nur Chidiac überlebte, verlor aber ein Bein und eine Hand.

    Zensur ist im vergangenen Jahr weltweit um mehr als 60% angestiegen. Dies ist vor allem auf den verheerenden Zustand der Pressefreiheit in Nepal zurückzuführen, wo mehr als die Hälfte der Fälle verzeichnet wurden. Seit der Verhängung des Ausnahmezustandes im Februar durch König Gyanendra befinden sich die Medien in einer angespannten Lage. FM Radiostationen wurden verboten, Internetseiten blockiert und Arbeitsmittel beschlagnahmt.

    In China ist die Lage nach wie vor prekär: Vier Radiosender wurden mithilfe technischer Ausstattung aus Frankreich blockiert; Redakteure aller Medien erhalten fast täglich eine Liste mit Tabuthemen vom Propagandaministerium.

    China (32 inhaftierte Journalisten) und Kuba (24) haben nach wie vor die meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Äthiopien ist nach Massenverhaftungen im November mit 17 Journalisten hinter Gittern das größte Gefängnis für Journalisten in Afrika und hat weltweit Eritrea (13) an dritter Stelle abgelöst. Die Massenverhaftungen in Äthiopien geschahen während Demonstrationen gegen die Wahlergebnisse vom Mai 2005. Die regierende Partei von Premierminister Meles Zenawi hatte Zweidrittel aller Plätze im Parlament erhalten. Die Opposition wirft dem Premier vor, das Wahlergebnis manipuliert zu haben und rief zu Protesten auf.

    Weltweit sind derzeit 126 Journalisten und 70 Internetdissidenten hinter Gittern.

    Statistiken und weitere Informationen ab 4.1.2006 unter www.reporter-ohne-grenzen.de

Weitere Informationen: Reporter ohne Grenzen - Elke Schäfter presse@reporter-ohne-grenzen.de www.reporter-ohne-grenzen.de Fon +49/30/615 85 85 Fax +49/30/614 56 49

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