Reporter ohne Grenzen e.V.

Ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl im Iran: Mehr als 170 Festnahmen von Journalisten und Bloggern

Berlin (ots) - Ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009 im Iran zieht Reporter ohne Grenzen (ROG) eine Bilanz der Repressionen gegen Medienschaffende in der islamischen Republik in den vergangenen Monaten. Das Ausmaß der Unterdrückung und Verfolgung kritischer Stimmen seit dem umstrittenen Wahlsieg Mahmud Ahmadinedschads ist dramatisch: Mehr als 170 Journalisten und Blogger wurden in den vergangenen zwölf Monaten festgenommen, 37 von ihnen sind noch im Gefängnis und mehr als 100 Medienschaffende haben ihre Heimat verlassen.

"Die Behörden haben in einer riesigen Operation jeglichen politischen Protest unterdrückt. Die Maßnahmen und Mechanismen der Repression beruhen auf einer ausgeklügelten Strategie. Sie zielte darauf, die Proteste gegen die Wiederwahl Ahmadinedschads zu unterdrücken und den Rückhalt der Opposition in der Bevölkerung zu schwächen", so ROG.

In einem am 8. Juni 2010 veröffentlichten Kurzbericht blickt ROG auf die Etappen der repressiven Politik der iranischen Regierung zurück. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen störten die Behörden die Kommunikation und kontrollierten unablässig die Verbreitung von Bildern und Filmmaterial. Ausländische Korrespondenten waren gezwungen, das Land zu verlassen.

Die Revolutionären Garden sorgten mit Zensur, Schließungen von Zeitungen und Festnahmen von Journalisten dafür, dass Oppositionsführern der Zugang zu Medien verwehrt blieb. Kritiker und Oppositionelle waren einem regelrechten "Zermürbungskrieg" ausgeliefert.

Inhaftierung, Folter, finanzieller Druck, soziale und berufliche Ausgrenzung von Medienmitarbeitern und deren Verfolgung bis ins Exil - die staatlichen Repressionen haben langfristige prekäre Auswirkungen für das vorderasiatische Land, warnt ROG: "Das iranische Regime hat einen ganzen Berufsstand von Journalisten und politischen Beobachtern zerschlagen."

Einen ausführlichen Überblick über die repressive Politik der iranischen Regierung finden Sie unter folgendem Link: http://bit.ly/iranbilanz

Pressekontakt:

Reporter ohne Grenzen
Anja Viohl
Pressearbeit
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 202 15 10 - 16
F: +49 (0)30 202 15 10 - 29

Original-Content von: Reporter ohne Grenzen e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Reporter ohne Grenzen e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: