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8 von 10 Deutschen wissen nicht, wie hoch ihr Harnsäure-Wert ist

Wenn plötzliche, heftige Schmerzen, meist im großen Zeh, das Schlafen unmöglich machen, könnte Gicht dahinter stecken. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/50406 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Berlin-Chemie AG"

Berlin (ots) - Wie aufgeklärt ist Deutschland in Sachen Gicht? Gilt die "Erkrankung der Könige" nach wie vor als Männerkrankheit? Ist nur Fleisch schlecht für Erkrankte oder ist es vielleicht auch der Fruchtsaft? Diesen und anderen Fragen rund um das Thema ging eine repräsentative Umfrage* anlässlich des Welt-Gicht-Tags am 22. Mai auf den Grund - mit teils überraschenden Ergebnissen.

Der Welt-Gicht-Tag, auch Gout Awareness Day genannt, soll dazu beitragen, weitverbreitete Vorurteile auszuräumen und über Behandlungsmöglichkeiten bei Gicht zu informieren. Doch wie stark sind die Mythen rund um die Erkrankung tatsächlich bei den Deutschen verankert? Steigt das Risiko, an Gicht zu erkranken, wirklich ab 45 Jahren für beide Geschlechter? Das denken zumindest die Befragten: 2 von 5 sehen bei Männern hier einen Zusammenhang, ein Viertel bei den Frauen. Damit kommen die Deutschen der Wahrheit schon relativ nahe. Männer erkranken zwar nach wie vor häufiger an Gicht. Doch Frauen "ziehen" mit dem Einsetzen der Wechseljahre nach. Verantwortlich dafür ist ein Hormon: Denn junge Frauen sind vor allem durch die Östrogenproduktion vor Gicht geschützt - doch die sinkt mit dem Alter und das Gichtrisiko steigt. Deshalb sind insgesamt häufiger Männer betroffen, bei den Frauen steigt das Risiko aber ab 45 Jahren.

Rolle der Gene: Zusammenhang zumindest einigen bekannt

Doch welche typischen Auslöser für Gicht gibt es noch? Immerhin 17 Prozent denken, dass die Gene hierfür eine Rolle spielen könnten - und sind damit auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Kürzlich hat nämlich eine große Genom-Studie diesen Zusammenhang noch einmal hervorgehoben. Wissenschaftler identifizierten darin bestimmte Gene, die das Entstehen einer Gicht begünstigen können. Dass auch eine Nierenfunktionsstörung eine Gicht auslösen kann, vermutet knapp ein Viertel der Befragten. Damit haben sie den Zusammenhang richtig erkannt. Denn Fakt ist, dass die Nieren von Erkrankten in der Regel nicht in der Lage sind, ausreichend Harnsäure auszuscheiden.

Während 24 Prozent allerdings keinen typischen Gicht-Auslöser kennen, gehen 36 Prozent der Befragten davon aus, dass purinreiche Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Warum das so ist? Purine, die der Körper zu Harnsäure umwandelt, finden sich in allen Lebensmitteln, die aus Zellen und Zellkernen bestehen. Und genau deshalb vermuten 56 Prozent der Befragten richtig, dass Fleisch und Innereien zu den Nahrungsmitteln zählen, die Gicht begünstigen können. 35 Prozent schreiben das auch purinreichen Gemüsesorten zu. Dazu zählen etwa Hülsenfrüchte oder junges Gemüse.

Typische Gicht-Auslöser: Nur 7 Prozent identifizieren Fruktose

Die Rolle von Fruchtsäften und fruktosehaltigen Lebensmitteln bei der Entstehung von Gicht wird dagegen ganz klar unterschätzt: Gerade einmal sieben Prozent kennen diesen Zusammenhang. Dabei haben Studien gezeigt, dass mit dem Verzehr von Fruchtzucker auch das Gicht-Risiko steigt. Warum das so ist? Fruktose ist das einzige Kohlenhydrat mit einem direkten Einfluss auf die Harnsäure. Bei der Verstoffwechselung von Fruktose werden nämlich vermehrt körpereigene Purine hergestellt, die der Körper dann wiederum zu Harnsäure umbaut.

Fast keiner kennt den Harnsäurewert

Welche Rolle Harnsäure bei der Entstehung von Gicht spielt, scheint vielen nach wie vor nicht klar zu sein. Schließlich kennen laut Umfrage gerade einmal 17 Prozent ihren Harnsäurewert, während 83 Prozent keine Ahnung haben, wie hoch dieser ist. Warum das so fatal ist? Ist der Harnsäurewert dauerhaft über den Zielwert von 6 mg/dl (360 µmol/l) erhöht, kann das nicht nur zu schmerzhaften Gichtanfällen führen, sondern auch zur Bildung von Gichtknoten, den so genannten Tophi. Zudem können Folgeerkrankungen auftreten, die Herz oder Nieren belasten.

Auch wenn der Harnsäurewert bei den meisten die große Unbekannte ist, haben viele jedoch schon einmal gehört, was man gegen Gicht tun kann. So denken 70 Prozent, dass sich eine Ernährungsumstellung positiv auswirken könnte. Das ist auch meist der erste Schritt, wenn die Harnsäurewerte zu hoch sind. Doch bei vielen reicht das nicht aus. Dann sind harnsäuresenkende Medikamente erforderlich, wie knapp die Hälfte der Befragten richtig vermutet. Dass genügend Bewegung (37 Prozent) und eine langsame Gewichtsreduktion (25 Prozent) nicht von der Hand zu weisen sind, ist ebenfalls dem ein oder anderen bekannt.

Insgesamt besteht also in Deutschland rund um die Gicht noch Aufklärungsbedarf, wie die Umfrage zum Welt-Gicht-Tag deutlich gezeigt hat. Denn nur wer seinen Harnsäurespiegel kennt, kann dem Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig vorbeugen. Und gerade all jene, die betroffen sind, sollten ihren Harnsäurewert kennen und diesen mit purin- und fruktosearmer Ernährung sowie mit harnsäuresenkenden Medikamenten dauerhaft unter den Zielwert von 6 mg/dl (360 µmol/l) senken - im Interesse ihrer eigenen Gesundheit.

* Alle Daten, soweit nicht anders angegeben, sind von der YouGov Deutschland AG bereitgestellt. An der Befragung nahmen 1.045 Erwachsene teil. Die Erhebung fand zwischen dem 20.01. und dem 22.01.2015 statt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).

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