NÜRNBERGER Versicherung

Geschichte erleben und von ihr lernen

Friedrich Schillers Klassiker "Wallenstein" wird in Altdorf von Laiendarstellern aufgeführt. (Foto: Felix Röser)
Friedrich Schillers Klassiker "Wallenstein" wird in Altdorf von Laiendarstellern aufgeführt. (Foto: Felix Röser)

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Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der auch die Europäische Metropolregion Nürnberg geprägt hat, liegt 400 Jahre zurück. Seit 1894 erinnern die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Altdorf im Rahmen der Wallenstein-Festspiele mit großer Detailtreue an den Aufenthalt von Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein an ihrer ehemaligen Universität, an blutige Schlachten und das Leben zu dieser Zeit. Ein neu gegründetes Kuratorium wird diese Epoche weiter wissenschaftlich erforschen.

An den fünf Wochenenden zwischen dem 22. Juni und dem 22. Juli 2018 machen rund 1.000 Bürgerinnen und Bürger der mittelfränkischen Stadt Altdorf mit den Wallenstein-Festspielen Geschichte erlebbar. Einer der zentralen Orte des Geschehens ist der Arkadenhof der ehemaligen Universität, der als eindrucksvolle Kulisse für zwei Theaterstücke dient. Friedrich Schillers Klassiker "Wallenstein" (Wallensteins Lager, Piccolomini und Wallensteins Tod) wird wieder unter der Regie von Michael Abendroth von Laiendarstellern professionell dargeboten. Familiennah erweist sich das Volksstück "Wallenstein in Altdorf" bei dem rund 200 Laiendarsteller unter Regie von Oliver Kargus überzeugen. "Das Stück thematisiert die Jahre 1599 und 1600, als Wallenstein - kurz, aber heftig -Student in Altdorf war", berichtet Ernst Bergmann, Vorsitzender des Wallenstein-Festspielvereins Altdorf. Auch das "weiche Herz" des Feldherren wird gezeigt, der die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges vor Plünderungen bewahrte.

Lagerleben gibt Einblick in Kriegsalltag

Altdorfer, die nicht an den Aufführungen mitwirken, machen den mittelalterlichen Stadtkern und die Weiher vor dem Oberen Tor zu ihrer Bühne. Sie legen als Landsknechte auffälligen Gesellen die Halsgeige an, ziehen als Studenten von Haus zu Haus oder zeigen als Handwerker ihre Künste. "Altdorf gelingt, ein geschichtliches Ereignis in authentischer Art und Weise zu inszenieren", sagt Hans-Peter Schmidt, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung NÜRNBERGER Versicherung. Als ehemaliger Schirmherr der Festspiele nahm er im Jahr 2015 im Vorausblick auf den 400. Jahrestag des Beginns des Dreißigjährigen Krieges Kontakt zur Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf. So konnte er die Historiker Prof. Dr. Dirk Niefanger, Prof. Dr. Birgit Emich und Prof. Dr. Georg Seiderer gewinnen, 2017 das interdisziplinäre und internationale Symposium "Wallenstein. Mensch. Mythos. Memoria." durchzuführen, das maßgeblich von der Stiftung NÜRNBERGER Versicherung gefördert wurde.

Buchvorstellung bereichert Wallenstein-Festspiele

Die Ergebnisse des Wallenstein-Symposiums werden am 24. Juli 2018 in Altdorf präsentiert. Insgesamt 28 Forscher der Fachdisziplinen Geschichts-, Literatur-, Kultur- und Musikwissenschaft sowie Kunstgeschichte aus Deutschland, Österreich, Italien, der Tschechischen Republik und Großbritannien haben zu einem 580 Seiten starken Sammelband beigetragen, der den historischen Kontext sowie den Kriegsalltag für ambitionierte Hobbyhistoriker und Wissenschaftler anschaulich darstellt. Wallenstein selbst wird in all seinen Facetten beleuchtet: als rebellierender Student, Kriegsunternehmer, Diplomat, Politiker, Bauherr, Mäzen, aber auch als an schmerzhaften Krankheiten Leidender, der phasenweise in der Astrologie Zuflucht sucht. Darüber hinaus erschließen die Forscher die Bilder, die von Wallenstein seit dem 17. Jahrhundert in Literatur, Kunst und Musik, im Film und in der aktuellen Vermarktung verbreitet werden. "In Kombination mit dem abwechslungsreichen Festspielangebot haben nicht nur historisch Interessierte die Chance, in Altdorf Geschichte zu erleben und von ihr zu lernen", führt Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der NÜRNBERGER Versicherung und Schirmherr der diesjährigen Wallenstein-Festspiele, aus.

Hochrangig besetztes Kuratorium treibt Forschung voran

"Wallenstein haftet der Ruf an, eine rational nur schwer zu fassende Persönlichkeit zu sein. Nach den Klassikern von Golo Mann und Geoff Mortimer liegt nun eine neue wissenschaftliche Publikation vor, die dem Mythos Wallenstein spannend und anschaulich auf den Grund geht", so Dr. Armin Zitzmann weiter. Die Vorstellung des Sammelbandes findet an einem geschichtsträchtigen Ort, dem Altdorfer Wichernhaus, statt. Das Renaissancegebäude diente der ehemaligen Altdorfer Akademie als Lehrsaal und wurde vom damaligen Studenten Wallenstein besucht. Auch wenn der Band "Wallenstein. Mensch. Mythos. Memoria." neue Erkenntnisse liefert, ist die Suche nach Wallenstein und damit die Entmystifizierung seiner Person noch nicht abgeschlossen. Künftig werden deshalb in einem dreijährigen Turnus - und damit parallel zu den Festspielen - unter dem Titel "Altdorfer Gespräche über Wallenstein und seine Zeit" Ergebnisse weiterer Forschungsarbeiten präsentiert. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Wallenstein und der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wird unter Federführung eines internationalen und hochkarätig besetzten Kuratoriums stehen, welches am 23. Juni 2018 von Erich Odörfer, erster Bürgermeister der Stadt Altdorf, konstituiert wird.

Noch ein Hinweis:

Die aus der Tagung "Wallenstein. Mensch. Mythos. Memoria." hervorgegangene Publikation wird im Rahmen der Wallenstein-Festspiele am Sonntag, 24. Juni 2018, 10:00 Uhr im Wichernhaus Altdorf (Silbergasse 2) vorgestellt.

Pressevertreter sind herzlich eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Natalie Schwägerl
NÜRNBERGER Versicherung
Ostendstraße 100, 90334 Nürnberg
Tel. +49 911 531-3610
www.nuernberger.de 


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