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27.10.2011 – 09:30

Fraunhofer Gesellschaft

Wirkungsvolle Strategien für mehr Frauen in Führungspositionen setzen einen Kulturwandel voraus

Berlin (ots)

Zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungsetagen in Unternehmen führt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft und neun namhaften Unternehmen die Initiative "Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" durch. Neue Ergebnisse liegen nun vor.

Die neun Partnerunternehmen der Initiative "Unternehmenskulturen verändern - Karrierebrüche vermeiden" (Allianz Deutschland AG, BASF SE, Bayer AG, Bosch-Gruppe, Daimler AG, Deutsche Bahn AG, EADS, Infineon Technologies AG, Microsoft) haben bereits erste Weichenstellungen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen vorgenommen. Voraussetzung für mehr Frauen in Führungspositionen ist jedoch ein entsprechender Wandel der Unternehmenskultur. Dies zeigen neue Ergebnisse der von Fraunhofer umgesetzten BMFSFJ-Initiative deutlich.

Als erste Weichenstellung zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen haben die Partnerunternehmen bereits detaillierte Zielgrößen formuliert, das Thema Diversity in ihren Organisationen verankert und umfangreiche Maßnahmenkataloge aufgestellt:

   -       Zielgrößen: Sieben der neun Partnerunternehmen hatten 
           bereits vor der aktuellen Initiative der 
           DAX30-Personalvorstände Zielgrößen für den Frauenanteil 
           definiert. Die veröffentlichten Zielgrößen liegen dabei 
           zwischen 15% und 30% und sollen in der Regel zwischen 2015
           und 2020 realisiert sein. Die Zielvorgaben beziehen sich 
           explizit nicht auf die Vorstandsebene. Die 
           unterschiedlichen Größenordungen spiegeln unterschiedliche
           branchenspezifische Herausforderungen. Zielvorgaben, die 
           sich auf einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen 
           beziehen, werden oft ersetzt oder ergänzt durch 
           quantitative Vorgaben für den Frauenanteil bei 
           Neueinstellungen, in Entwicklungsmaßnahmen oder bei der 
           Nachfolgeplanung.
   -       Verankerung: Acht der neun Unternehmen besitzen eigene 
           Stellen für Diversity-Fragen. In vier Unternehmen werden 
           Aktivitäten und Strategien an einer zentralen Stelle 
           entwickelt. Vier weitere Unternehmen operieren mit 
           dezentralen Modellen bzw. Projekten, in denen mehrere 
           Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen oder 
           Standorten das Thema bearbeiten.
   -       Maßnahmen: Auf Maßnahmenebene zeichnet sich ein 
           Strategiewechsel ab: Der Fokus geht weg von 
           Chancengleichheits- und Vereinbarkeitsmaßnahmen für Frauen
           hin zu einem umfassenden Diversity-Management, das 
           unterschiedliche Lebensereignisse berücksichtigt und von 
           dem beide Geschlechter profitieren. Chancengleichheits- 
           und Vereinbarkeitsmaßnahmen sind jedoch immer noch ein 
           wichtiger Aspekt der Diversity-Aktivitäten aller 
           Unternehmen und bilden oft den Startpunkt des Engagements. 

Ohne eine Veränderung der Unternehmenskulturen wird dieses Engagement der Partnerunternehmen jedoch nicht fruchten: Die Analyse zeigt, dass alle neun Partnerunternehmen eine Hochleistungskultur leben, die momentan durch starke Präsenz- bzw. Erreichbarkeitserwartungen charakterisiert ist. Familiär begründeten Unterbrechungen in der Berufsbiographie werden oft als typische "Frauenprobleme" wahrgenommen.

Eine ausführliche Darstellung der aktuellen Zwischenergebnisse entnehmen Sie bitte dem zweiten Projektblitzlicht unter www.unternehmenskulturen-veraendern.de . Hier finden Sie auch weitere Informationen zu den Zielen und Hintergründen des Projekts. In der November-ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Capital" ist eine Reportage zum Projekt erschienen.

Die Ergebnisse basieren auf 41 leitfadengestützten Interviews mit Themen- und HR-Verantwortlichen in den oben genannten neun Unternehmen und spiegeln damit die Selbsteinschätzung der beteiligten Unternehmen wider. Die Ergebnisse werden im weiteren Projektverlauf durch rund 240 Interviews mit weiblichen und männlichen Führungskräften in den Partnerunternehmen gespiegelt und die bereits erkennbaren Hürden in der Unternehmenskultur weiter präzisiert und ergänzt.

Pressekontakt:

Projektleiterin:
Prof. Dr. Martina Schraudner
Fraunhofer-Gesellschaft e.V.
Hansastraße 27c
80686 München
Tel. 089 1205-1118
martina.schraudner@zv.fraunhofer.de

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