Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Wende in der Energie- und Umweltpolitik - Klausurtagung des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

    Berlin (ots) -

    Klausurtagung  02. Dezember 2005

    "Wende in der Energie- und Umweltpolitik -     vom Kostentreiber zum Innovationsmotor"

    "Energie- und Umweltpolitik müssen stärker in den europäischen und internationalen Kontext gestellt werden", forderte der Präsident des Wirtschaftrates Prof. Kurt J. Lauk anlässlich der 4. Klausurtagung Energie- und Umweltpolitik des Wirtschaftsrates.

    Die Energiewirtschaft in Deutschland befindet sich mitten in einer Zeitenwende

    Deutschland hat neben Italien die höchsten Strompreise in Europa. Neben den globalen Ein-flussfaktoren, die unsere Energiepreise ansteigen lassen, kommen in Deutschland der bisher unzureichende Wettbewerb auf den Energiemärkten und der Staat mit einem Anteil von 40 Prozent am Strompreis als Preistreiber hinzu. Kostspielige nationale Alleingänge sowie die Übererfüllung von EU-Regelungen können wir uns nicht länger leisten, erklärte Lauk vor den Energiepolitikern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Unternehmern aus der Industrie und Energiewirtschaft.

    Der Wettlauf um Ressourcen hat längst begonnen

    Bis zum Jahr 2030 wird die Energienachfrage, nach Einschätzung des World Economic Outlooks der Internationalen Energieagentur, weltweit um 50 Prozent ansteigen; zwei Drittel davon allein in den Entwicklungsländern. Hinzu kommt die Veränderung der geostrategischen Lage - die meisten Vorräte fossiler Energieträger befinden sich in immer instabileren Regionen der Welt. Der Appetit auf Energie nimmt in China und Indien rasant zu. Heute bereits zählt China zu den größten Ölimporteuren der Welt. 2020 könnte allein dieser Energiebedarf die gesamte Fördermenge von Saudi-Arabien aufbrauchen.

    Als internationaler Verantwortungsträger appellierte der Chef der Internationalen Energieagentur, Claude Mandil an die Politik: "Nur durch einen breiten Energiemix ist die Energieversorgung nachhaltig zu sichern. Wir können es uns nicht leisten, auf einen einzelnen Energieträger zu verzichten, wenn wir langfristig eine nachhaltige Energieversorgung in Europa und Deutschland sicherstellen wollen."

    Ein solcher Umdenkungsprozess findet in der deutschen Politik immer noch zu wenig Unterstützung. So hat das Wahlergebnis im Koalitionsvertrag gerade in der Energie- und Umweltpolitik zahlreiche Kompromisse erzwungen. "Es besteht kein Zweifel daran, dass nachgebessert werden muss". Darin, so Lauk, seien sich die Energieunternehmen und die Industrieverbraucher mit dem Wirtschaftsrat einig.

    Energiepolitik sollte wieder Standortpolitik werden

    Wettbewerbsfähige Energiepreise am Standort Deutschland sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass die wichtigen Schlüsselindustrien nicht an billigere Produktionsstandorte im Ausland abwandern. Eine schlankere und effizientere Regulierung bei Strom und Gas sowie die Öffnung der Kuppelstellen im grenzüberschreitenden Energiehandel sind deshalb dringend notwendige Anknüpfungspunkte für die neue Bundesregierung.

    Jeder Vorsprung durch Energieeffizienz ist ein Wettbewerbsvorteil fürDeutschland

    Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und des zunehmenden Energiehungers in China und Indien gewinnen neue Strategien und innovative Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz und -einsparung immer stärker an Bedeutung. Die staatliche Forschungsförderung im Energiesektor sollte technologieoffen gestaltet und spürbar aufgestockt werden. Alle Effizienzpotenziale, insbesondere im Verkehrssektor und in der Altbausanierung, sind dabei auszuschöpfen.

    Effektiver Klimaschutz ist nur global erfolgreich

    Die Vorreiterrolle Deutschlands im Klimaschutz sollte neu definiert werden. Effektiver Klimaschutz kann nicht auf nationale Grenzen beschränkt sein, sondern muss alle Industrienatio-nen und die großen Schwellenländer miteinbeziehen. Insbesondere der Emissionshandel wird für Deutschland zu teuer, solange die flexiblen Instrumente nicht stärker genutzt werden können. Auch alle weiteren energie- und umweltpolitischen Maßnahmen sollten verstärkt durch Kosten-Nutzen-Analysen überprüft werden.

    Gemeinsam mit Vertretern der Bundesregierung und Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben die Mitglieder der Bundesfachkommissionen Energie und Umwelt intensive Beratungsgespräche über einen Paradigmenwechsel in der Energie- und Umweltpolitik geführt. Neben Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminis-ter für Wirtschaft und Technologie nahmen Prof. Dr. Bjorn Lomborg, former director, Denmark's Environmental Assessment Institute sowie der Chef der Internationalen Energieagentur in Paris, Claude Mandil, an den Beratungsgesprächen teil.

    Aus der deutschen Energiewirtschaft waren Prof. Dr. Utz Claassen, Vorsitzender des Vorstands, EnBW AG, Dr. Klaus Rauscher, Vorsitzender des Vorstands, Vattenfall Europe AG, und andere hochrangige Unternehmensvertreter als Referenten aktiv in die Klausurtagung eingebunden. Auch Dr. Ulf Böge, Präsident, Bundeskartellamt, und Martin Cronenberg, Vizepräsident, Bundesnetzagentur, haben sich erneut an der Klausurtagung des Wirtschaftsrates beteiligt.

Pressekontakt:

Wirtschaftsrat der CDU e.V.
Erwin Lamberts
Pressesprecher
Luisenstraße 44
10117 Berlin
Tel.:    030/24087-301
Fax:      030/24087-305
E-Mail: pressestelle@wirtschaftsrat.de
            e.lamberts@wirtschaftsrat.de

Original-Content von: Wirtschaftsrat der CDU e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: