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13.10.2005 – 12:00

KfW

15 Jahre Deutsche Einheit: Wirtschaftliche Teilerfolge werden von hoher Arbeitslosigkeit überschattet; Bewältigung des demographischen Wandels ist die zentrale Herausforderung der Zukunft

Frankfurt (ots)

15 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die KfW
Bankengruppe über die wirtschaftliche Entwicklung in den ostdeutschen
Bundesländern Bilanz gezogen: "Es gibt wirtschaftliche Teilerfolge in
Ostdeutschland, die angesichts der verheerenden Ausgangslage von 1990
sehr hoch zu bewerten sind. Allerdings werden diese Erfolge von dem
gravierenden Problem der hohen Arbeitslosigkeit überschattet", sagte
Dr. Nobert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe anlässlich der
Vorstellung des Sonderbands "15 Jahre Deutsche Einheit - wie geht es
im Osten weiter?" in der KfW-Zentrale in Frankfurt a/M. In der Studie
wurden die wirtschaftliche Entwicklung und die kommenden
Herausforderungen für Ostdeutschland analysiert - unter besondere
Betrachtung der Themen "Mittelstand und Innovationspotential" und
"Demographische Entwicklung".
"In Ostdeutschland hat sich mittlerweile ein stabiler Mittelstand
entwickelt, der über 500.000 Unternehmen zählt. Das ist als klarer
Erfolg zu bewerten", sagte Irsch. Defizite gibt es jedoch noch im
Innovationssystem. "Zwar unternehmen die ostdeutschen Mittelständler
ähnlich hohe Innovationsanstrengungen wie die westdeutschen, die
Erfolge auf der Outputseite lassen jedoch noch zu wünschen übrig",
sagte Irsch. Das Verarbeitende Gewerbe - einer der
Hauptleistungsträger im Bereich Innovationen - ist noch zu stark auf
standardisierte, wenig technologieintensive Produkte ausgerichtet.
Ein weiteres Problem der ostdeutschen Regionen stellt der
demographische Wandel dar, der sich dort schneller und früher
vollzieht als im Westen und der durch die Abwanderung junger und gut
ausgebildeter Menschen verschärft wird. Die Prognose: Im Zeitraum
2002 bis 2050 werden die neuen Bundesländer 25 % ihrer Einwohner
verlieren. Noch bedeutsamer dürfte der Rückgang des
Erwerbspersonenpotentials um voraussichtlich 55 % sein, da er zu
einem Wachstumsrisiko wird. "Für viele Betriebe wird der Mangel an
gut qualifizierten Menschen zur Existenzfrage, für ausländische
Investoren zu einem Standortnachteil", sagte Irsch. Aber auch für
Gemeinden ist das Schrumpfen der Bevölkerung mit negativen Folgen
verbunden. "Weniger Einwohner bedeuten geringere Einnahmen. Diese
bedeuten geringere Investitionen und sinkende Attraktivität, was dann
wiederum zu sinkenden Einwohnerzahlen führt - ein Teufelskreis",
sagte Irsch.
Um den Problemen in Ostdeutschland entgegenzutreten, müssen der
Studie zufolge die Investitionen zur Überwindung der
kleinbetrieblichen Strukturen weiter gefördert werden. Einen weiteren
Handlungsbedarf sehen die Ökonomen der KfW Bankengruppe in der
Innovationsförderung, denn innovative Unternehmen brauchen besondere
Unterstützung. "Zudem muss unbedingt in die Bildung der Menschen
investiert werden. Hier geht es nicht nur um die Erstausbildung,
sondern - angesichts des fehlenden Nachwuchses und des zunehmenden
Durchschnittsalters der Belegschaften - auch um kontinuierliche
Weiterbildung", sagte Irsch.
Die KfW Bankengruppe hat die wirtschaftliche Entwicklung in
Ostdeutschland seit der Wiedervereinigung maßgeblich unterstützt: Die
KfW Mittelstandsbank hat von 1990 bis 2004 kleine und mittlere
Unternehmen mit einem Volumen von knapp 58 Mrd EUR gefördert. Heute
stehen für mittelständische Unternehmen Fremdkapitaldarlehen,
mezzanines Kapital und Beteiligungskapital bereit, wobei sich z. B.
beim ERP-Startfonds immer auch ein privater Investor beteiligen muss.
Im Bereich Wohnraumfinanzierung hat die KfW Förderbank u. a. allein
von 1990 bis 2002 3,6 Millionen Wohnungen gefördert - dies entspricht
gut der Hälfte aller ostdeutschen Wohnungen zum Zeitpunkt der
Wiedervereinigung.
Service: Der Sonderband "15 Jahre Deutsche Einheit - wie geht es
im Osten weiter" liegt als Download auf der Site
www.kfw.de/DE/Presse/Inhalt.jsp.
Für Rückfragen: Sonja Höpfner,
Tel.: 069 7431-4306, E-Mail: sonja.hoepfner@kfw.de
KfW, Palmengartenstraße 5-9, 60325 Frankfurt
Abteilung Konzernkommunikation
Tel.: 069 7431-4400, Fax: 069 7431-3266, 
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