Kindernothilfe e.V.

Internationaler Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6.2.2006
Kindernothilfe-Botschafterin Vera Int-Veen: "Mädchen stärken im Kampf gegen Beschneidung!"

    Duisburg (ots) - "Mädchen müssen so gestärkt werden, dass sie sich gegen eine mögliche Beschneidung wehren können!" Das fordert Kindernothilfe-Botschafterin Vera Int-Veen zum diesjährigen Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar. "Denn wenn die Mädchen und ihre Mütter stark sind und dem gesellschaftlichen Druck standhalten können, sind sie in der Lage, für ihre Gesundheit zu kämpfen - auch gegen jahrhundertealte Konventionen", so die Fernsehmoderatorin.  

    Die Moderatorin Vera Int-Veen setzt sich zusammen mit der Kindernothilfe gegen die grausame und schmerzhafte Beschneidung von Mädchen ein: "Häufig wissen diese gar nicht, dass sie das Recht haben, sich gegen die Verstümmelung ihrer Genitalien zur Wehr zu setzen. Dabei ist dieser Brauch in vielen Ländern verboten." Die Beschneidung hat bei Mädchen  dramatische Folgen. Viele sterben nach dem Eingriff. Die anderen sind lebenslang in ihrer Gesundheit und ihrem sexuellen Erleben stark beeinträchtigt.  

    Dass Mädchen ein Recht auf Gesundheit haben, haben die meisten Staaten der Welt mit der Kinderrechtskonvention von 1989 unterschrieben. Diese UNO-Konvention schützt Kinder ausdrücklich vor gesundheitsschädlichen Bräuchen. Sie schreibt außerdem fest, dass die Meinung von Kindern gehört und respektiert werden soll.    

    Mit der Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen und ihren Familien arbeitet die Kindernothilfe sehr erfolgreich in Projekten zur Bekämpfung von Genitalverstümmelung in Kenia und  Äthiopien. In organisierten Jugendclubs für Mädchen wird deren Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. In Äthiopien hat die Kindernothilfe eine umfangreiche Aufklärungskampagne gestartet. Kindernothilfe-Expertin Annette Drost weiß, wie schwierig es sein kann, nein zu sagen: "Die Beschneidungsrituale sind immer auch gesellschaftliche Ereignisse, durch die die Mädchen in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Viele Frauen befürchten außerdem, dass ihre unbeschnittenen Töchter später keinen Ehemann finden oder keine Kinder bekommen können." Dabei, so Drost, hätten Untersuchungen ergeben, dass die Männer in den Dorfgemeinschaften oft gar nicht so sehr auf der Mädchenbeschneidung bestehen.     Als erfolgreich im Kampf gegen das Beschneidungsritual hat sich auch die Schaffung alternativer Einkommensquellen für die Beschneiderinnen erwiesen. Auf der ganzen Welt leben schätzungsweise mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen, deren Genitalien verstümmelt sind. Jedes Jahr kommen zwei Millionen dazu. Vor allem in Afrika, Asien und auf der arabischen Halbinsel wird der Brauch noch praktiziert.

    Kindernothilfe-Expertin Annette Drost steht für Interviews zur     Verfügung.

    Achtung Bildredaktionen: Fotos zu diesem Thema und von Vera     Int-Veen finden Sie auf unserer homepage unter Presse/Fotos.

Kontakt:
Pressestelle der Kindernothilfe,
Sascha Decker
0203 - 7789-230
0163 - 2344- 354
www.kindernothilfe.de

Original-Content von: Kindernothilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kindernothilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: