Kindernothilfe e.V.

Hurrikan Stan: Hungersnot in Guatemala befürchtet
Ein Drittel der Infrastruktur ist zerstört

    Antigua/Duisburg (ots) - Der katastrophale Mangel an Nahrung und Trinkwasser sowie die akute Gefahr einer Dengue-Fieber- und Cholera-Epedemie erhöhen nach dem Wirbelsturm "Stan" in Guatemala die Verzweiflung der Überlebenden. Durch den Hurrikan und die anschließenden Überschwemmungen und Erdrutsche kamen über 2.000 Menschen ums Leben. Ein Drittel der Infrastruktur des bitterarmen Landes ist nach Informationen lokaler Partner zerstört.

    In 20 am stärksten von dem Desaster betroffenen Landkreisen droht eine Hungersnot, da dort nicht nur die gesamte Ernte und alle Vorräte, sondern auch ein Großteil der Anbauflächen zerstört wurde und die meisten Tiere ums Leben kamen. Guatemalas Vize-Präsident Eduardo Stein erklärte, die durch "Stan" verursachten Schäden überstiegen die Folgen von Hurrikan "Mitch" im November 1998 bei weitem. Besonders Kinder und alte Menschen leiden unter der völlig unzureichenden Versorgung der über 130.000 durch die Unwetter obdachlos Gewordenen in den Notaufnahmelagern.

    Die Kindernothilfe stellte bereits am Freitag 100.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung. Das Team des Kindernothilfe-Büros in Antigua konzentriert die Hilfsaktionen inzwischen auf sieben Gemeinden, in denen von der Kindernothilfe unterstützte Projekte und Einrichtungen zu Notunterkünften und Logistikstützpunkten umfunktioniert wurden. Die Schwierigkeiten bei der Nahrungsversorgung der Überlebenden werden indes immer größer. Rund um den Atitlán-See sowie in der ebenfalls besonders schwer betroffenen Region um San Marcos gibt es praktisch keine Lebensmittel mehr zu kaufen. Spekulanten haben - wie guatemaltekische Zeitungen anprangern - auf den Märkten in den betroffenen Kantonen die Preise für Nahrungsmittel und Mineralwasser in astronomische Höhen getrieben.

    Das Kindernothilfe-Team in Antigua beschafft deshalb Lebensmittelvorräte in Guatemala-Ciudad, um sie von dort mit Kleinlastwagen und Booten in das Katastrophengebiet zu bringen. Wertvolle Unterstützung gab es von dem guatemaltekischen Fernsehsender "Guatevisión" und der Zeitung "Prensa Libre", die Kindernothilfe drei Lastwagen voller Nahrungsmittel spendeten. Noch immer ganz dringend benötigt werden vor allem Zucker, Bohnen, Reis, Dosenfisch, Maismehl und Milchpulver - sowie Mineralwasser, Medikamente, Chlor zum Desinfizieren und Decken.

    Spendenkonto der Kindernothilfe:     45 45 40, BLZ 350 601 90 (KD-Bank Duisburg)     Verwendungszweck: "Guatemala 90031"

    Interview-Angebot: Spanische und englische O-Töne von     KNH-Koordinator Dr. Christian Aponte

Pressekontakt:
Sascha Decker, Telefon 0203.7789-230
Jürgen Schübelin, Telefon 0203.7789-173

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