Kindernothilfe e.V.

Kindernothilfe-Studie an Bundespräsident Köhler übergeben: Armutsbekämpfung lässt Kinder außer Acht

    Berlin / Duisburg (ots) - Die Kindernothilfe hat am Donnerstag, den 22.9.in Berlin eine Studie zur Armutsbekämpfung an Bundespräsident Köhler übergeben. Daraus geht hervor, dass bei der Armutsbekämpfung in afrikanischen Ländern die Bedürfnisse von mehr als der Hälfte der Bevölkerung unberücksichtigt bleiben. Die Belange von Kindern und Jugendlichen spielen fast keine Rolle, obwohl sie in vielen Ländern mehr als 50 Prozent der Einwohner stellen. Zu diesem Schluss kommt die Kindernothilfe, nachdem sie Strategien zur Armutsbekämpfung in Äthiopien, Sambia und Kenia untersucht hat.        Bundespräsident Horst Köhler hat die Studie der Kindernothilfe am Donnerstag in Berlin entgegengenommen. Die Übergabe fand im Rahmen eines Gespräches zwischen Köhler und dem Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) statt, in dem die Kindernothilfe Mitglied ist. Die Untersuchung mit dem Titel "Poverty Reduction Strategy Papers - Children First!" kommt zu dem Ergebnis, dass in Äthiopien, Sambia und Kenia die Regierungen die Kinder kaum in ihre mittelfristigen Planungen zur Armutsbekämpfung einbezogen haben. In Kenia etwa fanden die Forderungen von Kinderrechtsorganisationen kaum Eingang in die Strategiepapiere. Da Kinder und Jugendliche in diesen Ländern mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen, wird ein Großteil der Einwohner dieser Länder also einfach übergangen.

    Ein Versäumnis mit langfristigen Folgen: Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung sind ein maßgebliches Instrument der Entwicklungszusammenarbeit. Hoch verschuldete Länder müssen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank solche Strategie-Papiere vorlegen, wenn sie neue Kredite oder einen Schuldenerlass beantragen wollen. Die Kindernothilfe fordert, dass Kinderrechte in den Strategiepapieren künftig mehr Gewicht erhalten müssen. Diese Empfehlung hat die Organisation bereits an die Weltbank in Washington weitergeleitet, die sie auf ihrer Website veröffentlicht.

    Die Studie, die die Kindernothilfe am Donnerstag, den 22. 9. an den Bundespräsidenten übergeben hat, gibt es auf unserer Homepage, auch als deutsche Zusammenfassung. www.kindernothilfe.de

Kontakt: Nora Hertel, 0203-7789150

Original-Content von: Kindernothilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Kindernothilfe e.V.

Das könnte Sie auch interessieren: