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22.08.2018 – 11:08

Kindernothilfe e.V.

Rohingya in Bangladesch: Jedes vierte Kind benötigt psychosoziale Unterstützung - Kindernothilfe unterstützt mit Kinderschutzzenten

Duisburg/ Cox's Bazar (ots)

Am 25. August 2017 eskalierte der jahrelange Konflikt in Myanmar zwischen den ethnischen Gruppen. Fast eine Million Rohingya, einer muslimischen Minderheit, sind seitdem ins benachbarte Bangladesch geflohen, mehr als die Hälfte sind Kinder. Auch ein Jahr nach Beginn des Völkermords ist die Situation in den Flüchtlingslagern noch kritisch.

Die Kindernothilfe ist seit 2017 in den Flüchtlingscamps aktiv. Neben Soforthilfemaßnahmen engagiert sich das Kinderhilfswerk langfristig mit lokalen Partnern in den Bereichen Bildung und Kindesschutz. "Unser Augenmerk liegt besonders auf der Unterstützung und dem Schutz der Kinder", erklärt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. "Nach unserer Erkenntnis ist jedes vierte Kind mit den schlimmen Erlebnissen der letzten Monate völlig überfordert und benötigt dringend psychosoziale Unterstützung." In den neun Kinderschutzzentren der Kindernothilfe finden 600 Jungen und Mädchen die nötige Unterstützung und Sicherheit. Die psychosoziale Betreuung in dem Zentrum bietet den teils stark traumatisierten Kindern einen geschützten Raum, um mit dem Erlebten umzugehen.

Ein Jahr ist seit den extremen Übergriffen und Morden in Myanmar vergangen. Die meisten Rohingya-Flüchtlinge leben jetzt in Lagern im bengalischen Bezirk Cox's Bazar. Für das ohnehin schon arme Land Bangladesch ist die Vielzahl an Flüchtlingen eine extreme Belastung. Die Monsunzeit, die im Juni begonnen hat, hat die ohnehin prekäre Situation in den Lagern noch weiter verschlechtert. Die heftigen Regenfälle haben Teile der Camps komplett überschwemmt. Wege sind nicht mehr passierbar und die fragilen Hütten müssen bedarfsmäßig geflickt werden.

Viele Rohingya wollen in ihre Heimat zurückkehren. Allerdings ist eine Rückführung unter sicheren und würdigen Bedingungen nicht möglich. Bangladesch und Myanmar haben zwar ein Abkommen über die Ausbürgerung der Rohingya geschlossen, dabei wurde aber keine Strategie für einen legalen Aufenthalt und die Staatsbürgerschaft der Rohingya besprochen. Somit gibt es kaum Fortschritte bei der Rückführung der Flüchtlinge in ihre Heimat Myanmar.

Als eine der größten christlichen Kinderrechtsorganisationen in Europa unterstützt die Kindernothilfe benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Sie fördert fast 700 Projekte und leistet Humanitäre Hilfe. Zurzeit schützt, stärkt und fördert die Kindernothilfe fast zwei Millionen Kinder und ihre Familien und Gemeinschaften in insgesamt 33 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Pressekontakt:

Angelika Böhling, Pressesprecherin
Angelika.Boehling@kindernothilfe.de
Tel.: 0203.7789-230
mobil: 0178.8808013

Original-Content von: Kindernothilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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