Engel & Zimmermann AG

Schnäppchenjagd wird zum Lebensgefühl

    München (ots) -
    
    Wenn Rabattgesetz und Zugabeverordnung im Sommer 2001 fallen, wird
sich das Konsumverhalten in Deutschland entscheidend verändern /
Jeder zweite Kunde erwartet individuelle Rabatte / Für immer mehr
Luxuskunden wird Feilschen zum Erlebnis
    
    Wenn im Sommer dieses Jahres nach fast 70 Jahren das Rabattgesetz
und die Zugabeverordnung voraussichtlich fallen, wird sich die
Handelslandschaft entscheidend verändern: Jeder zweite Kunde erwartet
individuelle Rabatte und für immer mehr Luxuskunden wird das
"Feilschen" zum Erlebnis. Das Beratungs- und Trainingsunternehmen für
Handel und Dienstleistung, Mercuri International in München, geht auf
der Basis von umfassenden Studien der Universität Bielefeld davon
aus, dass vor allem die mittleren und oberen Einkommensgruppen
zunehmend die Lust am Handeln entdecken werden: "Die Schnäppchenjagd
wird in wachsendem Maße besonders für Luxuskunden zum Lebensgefühl",
so die Handelsexperten. Zwar würden bereits jetzt in der täglichen
Praxis in vielen Branchen - insbesondere beim Kauf von Autos,
Unterhaltungselektronik und Textilien - das Rabattgesetz ebenso wie
die Zugabeverordnung unterlaufen, doch sei ab Sommer mit einem "Bazar
Deutschland auf breiter Front" zu rechnen.
    
    Nach Untersuchungen von Mercuri International in München und des
Lehrstuhls für angewandte Psychologie der Universität Bielefeld
strebt bereits jetzt jeder vierte Kunde vor allem in den Bereichen
Anschaffungen (Möbel, Elektronik, Auto), Urlaub und Reise sowie
Haushalt nach Günstigangeboten. Künftig wird durchschnittlich jeder
zweite Kunde einen besonderen Rabatt erwarten bzw. einfordern. Vor
allem gut und besser Verdienende - bisher eher zurückhaltend beim
Feilschen - werden dann besonders die Verkäufer im Fach- und
Einzelhandel "fordern". Das Aushandeln von individuellen Rabatten und
Zugaben wird für jeden dritten sogenannten Luxuskunden (bisher 10
Prozent) zum "persönlichen Einkaufserlebnis". Die klassischen
Schnäppchenjäger, bisher überwiegend aus den niedrigeren
Einkommensgruppen kommend, würden darüber hinaus verstärkt (bisher 45
Prozent, erwartet nach dem Fall des Rabattgesetzes: 65 Prozent) durch
"offensives, forderndes bis hin zu aggressivem Auftreten" dem Handel
zu schaffen machen.
    
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Dr. Udo Nimsdorf,
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