Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Hirnleistung - Was ist normal?
Gratwanderung zwischen gesund und krank

    Karlsruhe (ots) -
  
    "Für die Leistung unseres Gehirns gibt es kein Maß des Normalen"
erklärte der Wuppertaler Allgemeinmediziner Bernd Zimmer. Geistiger
Konditionsschwäche muss kein krankhafter Prozess zugrundeliegen,
ebenso wie nicht jede Hirnleistungsstörung Indiz einer Demenz ist:
"Die überwiegende Zahl wird durch unterschiedlichste Störungen und
Erkrankungen ausgelöst, die nicht unmittelbar im Gehirn lokalisiert
sind." So kann sich hinter Beeinträchtigungen der Hirnleistung auch
eine Herzrhythmusstörung oder Fieber verbergen. Ebenso können
vergleichsweise banale Ursachen wie Alkoholwirkung, Reizüberflutung
oder Übermüdung die geistige Fitness erlahmen lassen. Entsprechend
sorgt die Beseitigung der Ursachen für rasche Wiederherstellung der
gewohnten Hirnleistung.
    
    Eine frühzeitige Diagnose entlastet Patienten wie Angehörige
    
    Krankhaft und entsprechend therapiebedürftig werden
Hirnleistungsstörungen, wenn diese die persönlichen Aktivitäten des
täglichen Lebens mindestens über sechs Monate hinweg beeinträchtigen
und chronisch fortschreitend sind. Soweit einige der Punkte der
"Demenzdefinition gemäß ICD 10", dem für Ärzte bindenden
Klassifikationssystem zur Diagnostik von Krankheiten. Die Diagnostik
verfolgt das Ziel, eine unter Umständen vorliegende dementielle
Erkrankung auszuschließen oder aber zu bestätigen - und dies
möglichst frühzeitig. Denn je eher die Demenz erkannt wird, desto
besser für den Patienten und seine betreuenden Angehörigen. "Nach
anfänglichem Erschrecken", berichtet Bernd Zimmer aus seiner
langjährigen Praxiserfahrung, bewirkt die gestellte Diagnose "eine
rationale Entlastung." Das bislang selbst und von der Umwelt als
"beängstigend und fremd empfundene Verhalten, unerklärliche
Aggressionen oder Rückzug werden verständlich". Weiterhin können in
Kenntnis der Diagnose und im Hinblick auf das Fortschreiten der
Erkrankung Versorgungskonzepte und Maßnahmen zur Entlastung der
Angehörigen etabliert, und nicht zuletzt auch die Therapie
eingeleitet werden. Gerade für die frühen und mittleren
Krankheitsstadien existieren wirkungsvolle nicht-medikamentöse
Maßnahmen, mit denen die Hirnleistung gezielt trainiert werden kann
sowie pharmazeutische Behandlungsmöglichkeiten. Eine sehr bewährte
und durch klinische Studien auf ihre therapeutische Effizienz positiv
geprüfte ist der Ginkgo-SpezialExtrakt EGb 761(R).
    
    Das Schicksal eines Menschen, dessen nachlassende Hirnleistung
seine eigene Biographie langsam vergessen lässt, erzählt der
Schweizer Publizist Martin Suter in seinem Roman "Small World": Krimi
und Krankengeschichte dramaturgisch perfekt zur anrührenden wie
spannenden Lektüre verwoben, die trotz aller Schwere der Thematik
stets von einem Hauch heiterer Leichtigkeit umgeben ist.
    
    Im Gespräch mit Martin Suter:
    
    Wie kamen Sie auf den Gedanken, die Hauptrolle Ihres Debütromans
mit einem Alzheimer-Patienten zu besetzen?
    
    Mein Vater war an Alzheimer Demenz erkrankt und ich habe ihn sehr
häufig besucht. Mag sein, dass damals der Grundstein zu dieser Idee
gelegt wurde. Nach seinem Tod vergingen noch einige Jahre, bis ich
mit den Recherchen zu "Small World" begann. Dazu habe ich eng mit
ärztlichen Betreuern sowie mit Pflegekräften von Alzheimer-Patienten
zusammengearbeitet sowie auch mit der Memory Klinik in Basel.
    
    Auch Ihre beiden Folgeromane kreisen wieder um Neurologie und
Störungen des Gedächtnis.
    
    Ich möchte Bücher schreiben, die ich selber gerne lesen würde, und
diese Thematik interessiert mich sehr. Die Themenwahl hat auch
praktische Gründe: ich finde es dramaturgisch spannend, den Prozess
einer Persönlichkeitsveränderung, eines Bewusstseinswandels zu
beschreiben. Oder wie in "Small World" die Geschichte eines Menschen
zu erzählen, der aus der Realität nach und nach in seine eigene Welt
abtaucht.
    
    Die einfühlsame Schilderung des Schicksals Ihres Romanhelden lässt
auf eine sehr intensive Auseinandersetzung mit seiner "kleinen Welt"
schließen.
    
    Das stimmt, ich musste lernen, so zu sehen, wie er seine Umgebung
wahrnimmt und so zu empfinden wie er. Dabei haben mich die Erlebnisse
mit meinem Vater sehr inspiriert. So erinnerte ich mich
beispielsweise daran, wie er ein Fenster als Bild auffasste oder wie
er Fotos dreidimensional sah und mir auch in dieser Form beschrieb.
Die Arbeit an "Small World" hat mir meinen Vater sehr nahe gebracht
und mir vieles an seinem Verhalten klar gemacht, was für mich während
seiner Krankheit unverständlich und schwierig war.
    
    Bei aller Schwere der Thematik zeigen Sie in Ihrem Buch auch
positive Aspekte jenseits der Düsterkeit des Vergessens auf.
    
    Ohne ein passagenweises "Augenzwinkern", mit dem die Hauptfiger
des Buches ihre Erkrankung meistert, hätte ich das Schreiben auch gar
nicht ausgehalten. Ich bin ein sehr heiterer Mensch und bezeichne
mich selbst als "morgenfröhliche Nervensäge" - mich überwiegend auf
die Dramatik der Alzheimer-Krankheit zu fokussieren wäre nicht mein
Ansatz.
    
    Ihr Erstlingswerk trug Ihnen bereits einige literarische Lorbeeren
ein und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Welche Resonanz rief es
bei den Betroffenen selbst hervor?
    
    Bei den pflegenden Angehörigen von Alzheimer-Patienten fand das
Buch ein sehr positives Echo. Viele sahen sich darin in ihren eigenen
Erfahrungen bestätigt. Lob kam auch von Alzheimer-Gesellschaften,
Ärzten und Pflegekräften. Ein Institut zur Altenpflegerausbildung in
Bologna hat das Buch sogar als Pflichtlektüre in den Lehrplan
mitaufgenommen.
    
    Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation der
Alzheimer-Patienten?
    Das Bewusstsein im Umgang mit dieser Erkrankung und generell mit
dem Alter muss sich ändern. Im asiatischen Kulturkreis beispielsweise
sind alte Menschen besser in die Gesellschaft integriert und werden
mehr respektiert. Auch das asiatische Pflegepersonal bei uns in der
Schweiz und wohl auch in Deutschland geht viel liebevoller und
einfühlsamer mit Alzheimer-Patienten um als unsere Landsleute.

    
ots Originaltext: Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Kontakt:
Dr. Willmar Schwabe Arzneimittel
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Andrea Hofer
info@schwabe.de

Original-Content von: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG

Das könnte Sie auch interessieren: