VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

VDMA: Trump spielt mit dem Feuer

USA werden auch 2017 größter Absatzmarkt für Maschinenbauer aus Deutschland bleiben

Frankfurt, 20. Januar 2017 - Der neue amerikanische Präsident Donald Trump hat bislang eine protektionistische Handels- und Investitionspolitik skizziert. Auch wenn konkrete politische Maßnahmen noch nicht feststehen - die Ankündigungen Trumps haben bereits erste Folgen. "Wir wünschen dem neuen Präsidenten einen guten Start in sein Amt. Aber seit seiner Wahl herrscht Unsicherheit über den künftigen wirtschaftlichen Kurs der USA. Unsicherheit führt zu Investitionszurückhaltung. Erste Vorboten dafür könnten die Maschinenlieferungen in die USA sein, deren Rückgang sich im Herbst 2016 noch beschleunigt hat", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

Von Januar bis Oktober 2016 gingen die Exporte in die USA um 3,4 Prozent zurück, im Zeitraum August bis Oktober sanken die Maschinenausfuhren sogar um 5,8 Prozent. "Die Vereinigten Staaten werden auch 2017 der größte Einzel-Exportmarkt für den deutschen Maschinenbau bleiben. Und niemand kann sagen, welchen Einfluss der neue amerikanische Präsident jetzt schon auf den Welthandel hat. Zudem muss sich erst noch zeigen, ob der amerikanische Kongress und der Senat die Ankündigungen Trumps einfach durchwinken oder einer genauen Prüfung unterziehen. Sicher ist aber, dass Protektionismus und neue Handelsschranken am Ende weder den USA noch den Handelspartnern der Vereinigten Staaten neue Arbeitsplätze oder zusätzliches Wachstum bringen werden. Insofern spielt Präsident Trump mit dem Feuer", sagt Brodtmann.

Abschottung würde den USA schaden

Eine Abschottung der amerikanischen Wirtschaft durch Zölle und Mauern würde nicht nur den Handelspartnern, sondern auch dem eigenen Land schaden. Auch US-Unternehmen sind in globale Wertschöpfungsnetze eingebunden und auf ausländische Absatzmärkte angewiesen. Im Jahr 2015 exportierte die Verarbeitende Industrie der USA Waren im Wert von 1.112 Milliarden Dollar. Zu den Hauptabnehmerländern gehörten Kanada, Mexiko, China und Japan. Dieser grenzüberschreitende Warenaustausch sichert auch Arbeitsplätze in den USA. Hinzu kommt: Etwa ein gutes Drittel des amerikanischen Marktvolumens wird durch den Import von Maschinen gedeckt. Denn in vielen Maschinenbausektoren gibt es kein international wettbewerbsfähiges

US-Angebot mehr. Maschinenlieferungen aus Deutschland liegen an vierter Stelle und haben einen wesentlichen Anteil an der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie.

"Wenn Donald Trump in- und ausländische Unternehmen mit Strafzöllen dazu zwingen will, ihre Produktion in den Vereinigten Staaten zu belassen oder neu aufzubauen, mag das dort kurzfristig den einen oder anderen Unternehmensstandort erhalten. Mittel- und langfristig führen solche staatlichen Zwangsmaßnahmen aber dazu, dass Investoren sich abwenden - und damit zu Wohlstandsverlusten", sagt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft. "Darüber hinaus ist es höchst zweifelhaft, dass mit solchen Methoden gerade die brachliegenden amerikanischen Industrieregionen, denen Trump Versprechungen gemacht hat, nun wiederbelebt werden."

Strafzölle verletzen internationale Regeln

Handelspolitisch würden sich die Vereinigten Staaten mit der Verhängung von Strafzöllen ebenfalls in eine schwierige Lage begeben. Die einseitige Erhöhung der Importzollsätze der USA für Maschinenbauprodukte wäre nur unter Verletzung der Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) möglich. Denn die USA haben gegenüber der WTO vertraglich festgeschrieben, dass die Höhe ihrer Einfuhrzollsätze für Maschinenbauprodukte zwischen 0 und 5 Prozent liegt. Die Erhebung eines "Schutzzolles" wäre im Rahmen der WTO-Regeln nur bei einer nachgewiesenen "erheblichen Schädigung" der einheimischen Produzenten möglich. Dies trifft auf Maschinenbauprodukte aus Deutschland und Europa aber sicherlich nicht zu.

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