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22.03.2004 – 10:40

KPMG AG

KPMG-Umfrage: Unternehmensverkäufe erzielen oft nicht den angestrebten Preis
In jedem dritten Fall Einbußen von durchschnittlich 20 Prozent

Berlin (ots)

Beim Verkauf von Unternehmen oder
Unternehmensteilen können die Verkäufer in vielen Fällen (35 Prozent)
die eigenen Preisvorstellungen nicht durchsetzen. Der Verkaufspreis
liegt dabei im Schnitt um 20 Prozent unter der ursprünglichen eigenen
Bewertung. Darüber hinaus kommt es in 60 Prozent der Fälle noch nach
Abschluss der Transaktion zu Wertbeeinträchtigungen des verkauften
Unternehmens(-teils). Das hat eine europaweite Umfrage von KPMG unter
155 großen Unternehmen und 50 Private Equity-Häusern ergeben, die
Auskunft über ihre Verkaufserfahrungen und -strategien gaben. Sie
gibt Aufschluss darüber, inwiefern die Realisierung von
Preisvorstellungen beim Verkauf von der Vorbereitung und der
fortlaufenden Kontrolle des Veräußerungsprozesses abhängt.
Angesichts der herausragenden Bedeutung von
Unternehmensveräußerungen im Rahmen der aktuellen Umstrukturierungen
der europäischen Konzerne erachten die Entscheidungsträger
Veräußerungen als integralen Bestandteil ihrer Strategie. Nahezu zwei
Drittel der befragten Unternehmen und mehr als 80 Prozent der
befragten Finanzinvestoren gaben an, Veräußerungen die gleiche
Priorität wie Unternehmensakquisitionen einzuräumen.
"Zeit ist Geld"
Als wesentlichen Faktor für einen erfolgreichen
Veräußerungsprozess gaben die Befragten den Faktor Zeit an. Doch
obwohl offenbar eine ursächliche Beziehung zwischen Verzögerungen im
Veräußerungsprozess und einem Preisverfall bestehen, räumten
lediglich 39 Prozent der befragten Unternehmen und 34 Prozent der
befragten Finanzinvestoren ein, einem schnellen Verkaufsprozess
besondere Bedeutung beizumessen. Was den finanziellen Erfolg von
Veräußerungen durch Unternehmen und Finanzinvestoren angeht, schätzen
sich letztere als erfolgreicher ein: Während fast die Hälfte der
Private Equity-Häuser (42 Prozent) angab, einen endgültigen
Veräußerungspreis oberhalb der ursprünglichen eigenen Bewertung
erzielt zu haben, konnten diese Aussage nur 19 Prozent der befragten
Unternehmen bestätigen.
John Evans, Partner bei KPMG im Bereich Transaction Services:
"Verkäufer gehen irrtümlicherweise häufig davon aus, die
Herausforderungen des Transaktionsprozesses einseitig den Erwerbern
aufbürden zu können. Tatsächlich ist der Veräußerungsprozess jedoch
für den Verkäufer ebenso komplex und ressourcenintensiv wie der
Kaufprozess für den Erwerber. Ist der Verkaufsprozess erst einmal
gestartet, besteht nicht selten die Gefahr der Destabilisierung des
Geschäfts. Insofern hat der Verkäufer in der Regel keine zweite
Chance für eine erfolgreiche Transaktion."
Unternehmenswert sinkt oft noch nach Kaufabschluss
Der Preisverfall endet nach Angaben von mehr als der Hälfte der
Befragten keineswegs mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages. Nahezu
60 Prozent sahen sich mit Wertbeeinträchtigungen nach Abschluss der
Transaktion konfrontiert. Hervorgehoben wurden diesbezüglich
insbesondere Probleme bei dem Herauslösen des Verkaufsobjektes aus
dem bisherigen Konzern, unvorhergesehene Inanspruchnahme von
Garantien, unerwünschte steuerliche Konsequenzen sowie höhere
Transaktionskosten.
Wenngleich auch die Mehrheit der Befragten vorgab, einen mehr oder
minder formalisierten Veräußerungsprozess anzuwenden, so erschienen
diese Prozesse dennoch häufig mangelhaft vorbereitet und von
Inkonsistenzen geprägt zu sein. Die Studie sieht hier folgendes
Verbesserungspotenzial:
  • Identifizierung von wertbeeinflussenden Faktoren durch den Verkäufer, bevor diese dem Erwerber bekannt werden.
  • Bereitstellung von quantitativ und qualitativ ausreichenden Ressourcen.
  • Vermeidung von wertbeeinträchtigenden Gerüchten und unsicherer Informationslage.
  • Definition eines detaillierten und realistischen Zeitplans für den Veräußerungsprozess.
John Evans: "Wir beobachten bei den Erwerbern stärker
zielgerichtete Akquisitionsprozesse. Die Veräußerer müssen hierauf
reagieren. Die Studie zeigt eindeutig, dass der Verkaufsprozess über
alle Stufen hinweg professionalisiert werden muss. Ist er erst einmal
gestartet, so gilt es, die Dynamik aufrechtzuerhalten. Dabei kommt es
darauf an, möglichst alle wertbeeinflussenden Sachverhalte zu
antizipieren, um nicht als Verkäufer im weiteren Verlauf auf dem
falschen Fuß erwischt zu werden. Nur, wenn Sachverhalte, die zu
Verzögerungen im Zeitplan führen können, frühzeitig erkannt werden,
kann der Veräußerer sicher sein, dass der Verkaufsprozess seine
Dynamik beibehält. Diese Vorbereitungen nehmen zweifelsohne Zeit in
Anspruch. Veräußerer, die irrtümlich glauben, diese Vorbereitungszeit
einsparen zu können, werden die Kontrolle über den
Veräußerungsprozess verlieren und signifikante Wertverluste
riskieren."
Die komplette Studie finden Sie in Kürze auf www.kpmg.de zum
Download.

Pressekontakt:

KPMG, Marita Reuter/Thomas Blees
Tel.: (0 30) 20 68-11 18/-12 15, Fax: (0 30) 20 68-11 48
eMail: mreuter@kpmg.com / tblees@kpmg.com
KPMG im Internet: www.kpmg.de

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